Stand: 08.07.2015 08:26 Uhr

Mit der App ins Sammeltaxi

von Tabea Tschöpe

Harter Wettbewerb, enormer Kostendruck, schwache Umsätze: Taxifahrer klagen seit Jahren über den Kampf um Kundschaft - vor allem in Großstädten wie Hannover und Hamburg. Aber auch in Lüneburg ist der "Markt in den vergangenen Jahren schlechter geworden", sagt Bernd Röhlig vom größten Taxi-Anbieter. Umso mehr freuen er und seine Kollegen sich über eine neue Taxi-App, mit der Studenten der Leuphana-Universität künftig öfter Taxis buchen könnten.

Maximilian Schlüter und Jörn Weber lächeln in die Kamera. © NDR Fotograf: Tabea Tschöpe

"Der Nahverkehr ist schlecht ausgebaut"

Der öffentliche Nahverkehr in Lüneburg lässt zu wünschen übrig - das haben auch einige Studenten der Leuphana Universität erkannt und die Taxi-App "Allride" entwickelt.

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Taxi-App für den Studenten-Geldbeutel

Sechs Studenten haben die Anwendung in einem Seminar im Fach "Digital Media" entwickelt: Damit ist es möglich, sich zu einer Fahrgemeinschaft zu organisieren und ein Taxi zu rufen. "Das spart Geld", sagt Ideengeber Jörn Weber, und "schont noch dazu die Umwelt." Im besten Fall könnten die Kosten für eine Fahrt unter vier Leuten aufgeteilt werden, sagt der 21-Jährige.

Kein Bus mehr ab kurz vor Neun

Notwendig ist die App mit dem Namen "Allride" laut Jörn Weber vor allem aus einem Grund: Allein drei Studenten aus der Seminar-Gruppe haben ihren Wohnort in Hamburg, insgesamt pendelt an der Leuphana jeder fünfte Student zwischen den Hansestädten hin und her, meistens mit dem Regionalzug. In Lüneburg angekommen, haben sie diese Möglichkeiten: Sie nehmen einen der drei Busse, das Zweit-Fahrrad, das manche am Bahnhof untergestellt haben, oder sie laufen eine halbe Stunde zur Vorlesung. Zurück zum Bahnhof ist es dasselbe Spiel. Nur: Gegen 20.45 Uhr ist Schluss mit der Bus-Anbindung.

Am späten Abend besser organisiert

Wer also nach späten Vorlesungen oder einem langen Tag in der Bibliothek schnell den Zug nach Hamburg nehmen will, könnte unter Umständen viel Geld für ein Taxi hinlegen. Dieses Problem soll "Allride" nun beheben. Wer ein Taxi sucht, gibt in der Anwendung seinen Namen an und wählt, welche Route er nehmen will - beispielsweise vom Campus zum Bahnhof. Im Anschluss wird er mit Gleichgesinnten verbunden, die die gleiche Strecke buchen wollen. In einem Chat können die Nutzer sich verständigen, ein Klick wählt direkt die Taxi-Zentrale in Lüneburg an. Am Ende könnten so statt einem Fahrgast gleich vier Fahrgäste im Taxi sitzen und das Fahrtgeld aufteilen.

"Allride": Per App zum Sammeltaxi

Zielgruppe: Studenten und Pendler

Geht es nach den Entwicklern, könnte die App bei Studenten, aber auch allgemein bei Pendlern, großen Anklang finden. Denn nicht nur die Strecke zwischen Campus und Bahnhof ist als Route in die App aufgenommen, sondern auch belebte Orte wie der Stint, die Salzbrückerstraße oder der Platz Am Sande. Die App wollen die Macher deshalb einerseits über Facebook und andere soziale Medien bekannt machen, andererseits aber auch mit Ständen auf Partys. "Ein Grund für die App war für uns, etwas gegen das betrunkene Fahren zu unternehmen. Dafür sind ja Taxis auch gut zu gebrauchen", erklärt Maximilian Schlüter von der Studentengruppe.