Stand: 25.11.2016 11:26 Uhr

Lüneburg will gegen Güterzug-Trasse klagen

In scharfen Worten haben sich die Stadt und der Landkreis Lüneburg gegen die Entscheidung des Niedersächsischen Landtags ausgesprochen, im Rahmen des Güterzug-Trassenausbaus die Alpha-E-Variante zu realisieren. Diese Variante ist das Ergebnis der jahrelangen Diskussion um den Schienengüterverkehr zwischen Hannover, Hamburg und Bremen und Nachfolgerin der ehemals geplanten Y-Trasse. Alles in trockenen Tüchern, dachte man im Landtag, doch Lüneburg will die Pläne auf keinen Fall akzeptieren. Die Stadt hat eine Klage angekündigt.

Karte: Die Alpha-Variante

Mädge: Lärmsituation wird sich "dramatisch verschlechtern"

Es ist die voraussichtliche Lärmbelastung durch den Streckenausbau, die Stadt und Landkreis nicht hinnehmen wollen. Werde Alpha-E realisiert, steige die Zahl der Güterzüge von 180 auf 385 pro Tag, so Lüneburgs Oberbürgermeister Ulrich Mädge (SPD). "Der Schienenlärm liegt bereits jetzt für Wohngebiete an der Strecke im gesundheitsgefährdenden Bereich. Wenn Alpha-E kommt, wird sich dieser Zustand noch dramatisch verschlechtern", sagt der Oberbürgermeister und kündigt an: "Wir werden auf Durchführung eines Planfeststellungsverfahrens klagen, das die Zulässigkeit des Vorhabens noch einmal überprüft."

Anwohner "können ihre Häuser abreißen"

100.000 Anwohner wären betroffen, "die können ihre Häuser abreißen", wenn die Alpha-E-Variante umgesetzt wird, warnt Mädge. Lüneburgs Landrat Manfred Nahrstedt (SPD) schimpft auf die Landtagsabgeordneten Andrea Schröder-Ehlers (SPD) und Jörg Hillmer (CDU), die genau wüssten, dass Anwohner in ihren Wahlkreisen im Landkreis Lüneburg Alpha-E ablehnen. Ihre Zustimmung zu dem Vorhaben sei für ihn "völlig unverständlich".

Lüneburg will lärmgeschützte Trasse entlang der A 7

Schon im Dialogforum, in dem Experten, Kommunen und Bürgerinitiativen über die Trasse berieten, hatten Lüneburg und Hamburg Bedenken angemeldet. Das Forum empfahl letztlich die Alpha-Variante mit dem Ausbau bestehender Strecken. Lüneburg und Hamburg sprachen sich dagegen für einen Neubau aus, und zwar für "eine lärmgeschützte Trasse aus dem Norden entlang der A 7", erinnert Mädge. "Wenn schon Alpha-E", fordert er nun, "dann bitte ausschließlich mit Umfahrung von Ortschaften und am besten durch einen Tunnel. Alles andere lehnen wir ab."

Mädge und Nahrstedt rechnen mit Dialogforum ab

Die Einwände der beiden Hansestädte seien im Dialogforum ignoriert worden, kritisiert Nahrstedt. "Die vom Lärm nach Alpha-E zukünftig Betroffenen wurden im Dialogforum gar nicht angemessen angehört und beteiligt", so der Landrat. Mägde äußert seinen Unmut noch deutlicher: "Das Forum war ein Gremium der zukünftigen Gewinner der Diskussion, die über die Verlierer geurteilt und entschieden haben. Insofern hat das Dialogforum für uns keine Legitimation."

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Lüneburg | 25.11.2016 | 06:30 Uhr

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