Stand: 08.02.2016 18:44 Uhr

Lüneburg: Betrunkener Jäger muss Waffen abgeben

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Ein Jäger aus der Lüneburger Heide, der betrunken Auto gefahren ist, muss seine Waffen abgeben. (Themenbild)

Wer als Jäger betrunken Auto fährt und eine Waffe dabei hat, verliert nicht nur den Führerschein, sondern auch den Jagdschein und die Waffenbesitzkarte. Er muss folglich sämtliche Waffen abgeben. Das hat das Verwaltungsgericht Lüneburg am Montag entschieden. Das Gericht wies damit den Widerspruch eines Jägers gegen entsprechende Verfügungen der zuständigen Behörde zurück. Der Jäger war Ende 2014 mit mehr als 2,31 Promille Blutalkohol am Steuer erwischt worden. Er hatte ein Gewehr und 40 Schuss Munition bei sich. Der Mann verlor nicht nur seinen Führerschein. Er erhielt auch einen Strafbefehl in Höhe von 30 Tagessätzen.

Gericht stufte Jäger als unzuverlässig ein

Das Verwaltungsgericht stufte den Jäger nun als unzuverlässig "im Sinne des Waffengesetzes" ein. Das Mitführen einer Waffe bei einer Autofahrt in stark alkoholisiertem Zustand "im Bereich der absoluten Fahruntüchtigkeit" rechtfertige die Prognose, dass der Jäger auch künftig mit Waffen und Munition nicht vorsichtig und sachgemäß umgehen werde, heißt es in der Entscheidung. Dies gelte umso mehr, als von einer erheblichen "Alkoholgewöhnung" des Mannes auszugehen sei. Deshalb dürfe er künftig keine Waffen mehr führen. Auch der Jagdschein sei "zwingend für ungültig zu erklären und einzuziehen", entschied das Gericht.

Jeder 130. Niedersachse hat einen Jagdschein

In Niedersachsen gibt es deutlich mehr Jäger als im bundesweiten Durchschnitt. Nach Angaben des Deutschen Jagdverbands (DJV) besitzt jeder 130. Niedersachse einen Jagdschein. Deutschlandweit verfügt nur einer von 216 Einwohnern über ein solches Dokument.

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Aktuell | 08.02.2016 | 12:00 Uhr