Stand: 16.06.2015 07:48 Uhr

Kapitaler Fang: Riesenwels geht Fischer ins Netz

von Lars Gröning

"Das gibt es doch gar nicht", denkt der Hohnstorfer Elbfischer Eckhard Panz, als er in der vergangenen Woche seine Fischreuse aus dem fünf Meter tiefen Flusswasser holen will. Er steht an Bord seine Bootes und hat alle Mühe, die Reuse hochzuhieven. "Steine", denkt der Fischer und ärgert sich. Doch das, was er schließlich an Bord zieht, ist der größte Fang seine Lebens. Ein 40 Kilo schwerer und 1,88 Meter langer Wels.

"Der größte Fisch seit 1896"

Eckard Panz kann man nicht so einfach überraschen, wenn es um Fische in der Elbe geht. Bereits im 17. Jahrhundert verdienten seine Vorfahren ihr Geld mit der Fischerei. Panz gilt nun als letzter Elbfischer in der Region - er kennt das Gewässer wie kaum ein anderer. Fast zehn Jahre ist es her, dass der Mann mit den von der Sonne gebleichten Haaren einen kapitalen Wels gefangen hat - doch der war zehn Kilo leichter und 30 Zentimeter kürzer. "Dies hier ist der größte Fisch seit 1896", sagt Panz. Zurückverfolgen kann er das genau. Schließlich hat er die Aufzeichnungen seiner Familie parat.

Welse hat es hier eigentlich nie gegeben

Welse sind in der Elbe eigentlich gar nicht heimisch. Erst 1993 wurden die Tiere in einer großen Besatzaktion in die Elbe gebracht. Seitdem vermehren sie sich prächtig. Mittlerweile sind sie von Dresden bis Hamburg in der Elbe zu finden. Doch die größten Süßwasserfische Europas werden für die Fischer nach und nach zur Konkurrenz. Im niedersächsischen Elbgebiet fängt Eckhard Panz im Juni besonders viele Exemplare. Die Welse verwechseln die Reusen der Fischer mit Höhlen, in denen sie tagsüber Schutz suchen. Etwa 20 Welse fängt der Fischer pro Saison - bisher hat er alle verkauft. Dabei seien Welse gar nicht so beliebt wie Aale, sagt Panz. "Vielleicht liegt es an seinem fetten Fleisch." Der Riese, den der Fischer vor ein einigen Tagen aus dem Wasser holte, ging an das Nobelrestaurant "Waldhaus Reinbek" in Hamburg.

Welse beißen nicht

"Ich habe den Fisch in der Nähe der Badestelle meines Schwagers gefangen. Mal schauen, was der sagt", sagt Panz. Befürchtungen, dass die Riesenfische einen Menschen beißen könnten, hat er aber nicht. Die Fische seien nachtaktiv und zudem sehr scheu. Badende müssten also keine Angst vor den großen Fischen haben.

Elbfischer Eckhard Panz mit seinem Fang, einem 40-Kilo-Wels.

Ein Riesen-Wels - so lang wie ein Mensch

Hallo Niedersachsen -

Eckhard Panz ist der Fang seines Lebens geglückt: Der Fischer zog einen fast 40 Kilo schweren Wels aus der Elbe. Normalerweise fischt er Aale, Zander und Hechte aus dem Fluss.

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