Stand: 06.10.2017 17:26 Uhr

Ist es Birgit M.? Ergebnis erst kommende Woche

Im Fall der offenbar ermordeten Unternehmer-Gattin Birgit M. soll es erst Anfang der kommenden Woche Gewissheit geben, ob die vor fast 30 Jahren verschwundene Frau nun gefunden ist. Die ursprünglich für Freitag erwarteten Ergebnisse einer DNA-Analyse sollen am Montag vorliegen. Unter einer Garage in Adendorf (Landkreis Lüneburg) waren in der vergangenen Woche Knochen gefunden worden. Diese sollen die Identität einwandfrei bestätigen, die Obduktion hat zunächst aber keine hundertprozentige Gewissheit ergeben. Die 41-jährige Birgit M. war 1989 aus ihrem Haus in Brietlingen-Moorburg verschwunden.

Bruder gab Suche nie auf

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Der frühere Hamburger LKA-Chef Wolfgang Sielaff hat geholfen, das mutmaßliche Skelett seiner vermissten Schwester freizulegen.

Bei der Vermissten handelt es sich um die Schwester des früheren Hamburger LKA-Chefs Wolfgang Sielaff. Er hatte die Suche nie aufgegeben. Sielaff selbst hatte in der vergangenen Woche auf dem Grundstück eines damals tatverdächtigen Mannes graben lassen und dabei die Knochen gefunden. Experten der Rechtsmedizin Hamburg haben den Fund mit einem seinerzeit ermittelten Zahnstatus der Vermissten abgeglichen und gehen mit "hoher Wahrscheinlichkeit" davon aus, dass sie M. gehören.

Was genau geschah, bleibt ein Rätsel

Das Grundstück, auf dem die Überreste ausgegraben wurden, soll das des mutmaßlichen Mörders sein. Sielaff hatte im Laufe seiner Nachforschungen die neuen Besitzer um ihr Einverständnis gebeten, auf ihrem Gelände Grabungen durchführen zu dürfen. Was mit der Unternehmergattin nach ihrem Verschwinden genau passierte, ist bislang nicht geklärt worden - und wird es wohl auch nicht mehr. Monate vor dem Verschwinden hatten sich Birgit M. und ihr Mann Harald M. getrennt. Nachdem die Ermittler zunächst den Gatten in Verdacht hatten, geriet schon bald ein Lüneburger Friedhofsgärtner ins Visier. Ihn soll Birgit M. im Sommer ihres Verschwindens auf einer Party kennengelernt haben, so erzählte es der Mann der Vermissten der Polizei. 2016 erinnerte er sich noch einmal rückblickend in einem Gespräch mit der Wochenzeitung "Die Zeit".

Verdächtiger erhängt sich in Untersuchungshaft

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Nach fast 30 Jahren ist sehr wahrscheinlich das Skelett der 1989 vermissten Unternehmergattin Birgit M. gefunden worden. Eine DNA-Untersuchung soll das noch bestätigen. Video (02:18 min)

Mit dieser Information wandte sich Harald M. wenige Wochen später an die Kriminalpolizei. Sie fand den Namen des Gärtners heraus und stellte fest, dass dieser einschlägig vorbestraft war. Er hatte bereits eine fünfjährige Haft verbüßt, weil er eine Anhalterin entführt, sie vergewaltigt und fast zu Tode gewürgt hatte. Die Polizei lud ihn zur Vernehmung vor. Er beteuerte, ein Alibi zu haben. Er erwähnte aber nicht, dass er an den besagten Tagen, in denen Birgit M. verschwand, krankgeschrieben war, wie sich später herausstellte. "Man ging stoisch von einem Vermisstenfall aus", so Sielaff in dem Bericht der "Zeit". So sei es über Monate und Jahre gegangen - bis im Jahr 1993 eine neue Staatsanwältin in Lüneburg ihre Arbeit aufnahm. Sie leitete ein Strafverfahren wegen Mordverdachts gegen den verdächtigen Gärtner ein. Doch der Verdächtige erhängte sich in der Untersuchungshaft. Damals bedeutete das das vorzeitige Ende der Ermittlungen - bis Sielaff die Wiederaufnahme des Falls durchsetzen konnte.

Blut an Handschellen von Birgit M.

Während der neuerlichen Ermittlungen durch eine bis Anfang des Jahres eingesetzte Sonderkommission konnte 2016 eine winzige Blutspur auf einer Handschelle Birgit M. zugeordnet werden. Sie hatten die Ermittler im versperrten Raum im Haus des Gärtners gefunden. Laut Bericht der "Zeit" wurde die Handschelle damals zur Untersuchung in die Medizinische Hochschule Hannover gebracht. Für die Ermittler steht seitdem fest: Der verdächtige Gärtner fesselte Birgit M. mit der Handschelle und tötete die Frau anschließend. Die Beamten gehen davon aus, dass der Gärtner versucht haben könnte, sein Opfer zu entführen und Lösegeld zu erpressen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Lüneburg | 06.10.2017 | 15:30 Uhr

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