Stand: 06.12.2017 16:00 Uhr

Grüne wollen Lüneburg zeigen, was eine Harke ist

Das Jahr geht zu Ende und naturgemäß verlieren Bäume ihre Blätter. Seit langem gehen Kommunen - aber auch Privatleute - mit schwerem Gerät gegen die Flut von oben vor - sogenannte Laubbläser und Laubsauger fegen knatternd durch Parks und Gärten. Das sorgt häufig für Kritik, oft wegen der Lautstärke der Geräte. In Lüneburg regt sich jetzt Widerstand aus einem anderen Grund: Durch den Einsatz eines industriellen Rasenmäher-Treckers, der die Blätterhaufen im Kurpark aufsammelt, würden viele Kleinstlebewesen getötet, sagt Ulrich Blank, Fraktionsvorsitzender der Grünen im Stadtrat. Er glaubt, dass das in jüngster Zeit viel diskutierte Insektensterben hier eine seiner Ursachen hat.

Angestellte der Stadtreinigung pusten Laub weg.

Stadtreinigung bricht eine Lanze für Laubpuster

Hallo Niedersachsen -

Laut und schlecht für Insekten: Bei den Grünen in Lüneburg regt sich Widerstand gegen die Laubpuster der Stadtreinigung. Die wiederum will nicht auf die Bläser verzichten.

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Rückkehr zur Harke?

Regenwürmer und Insekten würden ums Leben kommen, so Blank. Das Wegpusten der Blätter würde den Lebensraum der Tiere zerstören. Beim Absaugen könnten sogar Frösche und ähnlich große Tiere getötet werden. Er hat deshalb eine Anfrage an Oberbürgermeister Ulrich Mädge (SPD) gestellt, ob und wie sich der Einsatz der Geräte in der Stadt reduzieren lässt. Am liebsten wäre es dem Fraktionsvorsitzenden, wenn die Stadtreinigung die Blätter etwa im Kurpark wieder mit der Harke zusammen kehren ließe. NDR 1 Niedersachsen hat bei der Verwaltung nachgefragt: In diesem Fall müssten statt bislang 15 Stadtbedienstete etwa 40 bis 50 Menschen zwischen September und Januar ausrücken, um die Grünflächen vom Laub zu befreien.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 06.12.2017 | 17:00 Uhr