Stand: 24.10.2017 15:52 Uhr

Gewissheit: Tote Birgit M. identifiziert

Nun gibt es Klarheit: Bei den sterblichen Überresten, die im September unter einer Garage in Adendorf (Landkreis Lüneburg) gefunden worden sind, handelt es sich um die seit 28 Jahren verschwundene Unternehmer-Gattin Birgit M. Das hat die DNA-Analyse der Knochen ergeben. Die Frau war 1989 im Alter von 41 Jahren aus ihrem Haus in Brietlingen-Moorburg verschwunden. Experten waren bereits nach einem Zahnabgleich davon ausgegangen, dass es sich mit "hoher Wahrscheinlichkeit" um die sterblichen Überreste von Birgit M. handelt. Die Staatsanwaltschaft werde nun eine Obduktion beantragen, so die Lüneburger Polizei. Davon erhoffe man sich weitere Erkenntnisse über die Todesursache.

Bruder gab die Suche nie auf

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Der frühere Hamburger LKA-Chef Wolfgang Sielaff hat geholfen, das mutmaßliche Skelett seiner vermissten Schwester freizulegen.

Das Grundstück, auf dem die Überreste ausgegraben wurden, gehörte früher einem Lüneburger Gärtner. Dieser ist im Fall Birgit M. kein Unbekannter - er war in der Vergangenheit als mutmaßlicher Täter verdächtigt worden. Der Mann ist seit fast 20 Jahren tot. Der ehemalige Hamburger LKA-Chef Wolfgang Sielaff, der der Bruder der Vermissten ist, hatte Ende September auf dem Grundstück graben lassen. Sielaff hatte die Suche nach seiner Schwester nie aufgegeben. Im Laufe seiner Nachforschungen hatte er die neuen Besitzer des Grundstücks um ihr Einverständnis gebeten, auf ihrem Gelände Grabungen durchführen zu dürfen.

Was genau geschah, bleibt vielleicht ein Rätsel

Was mit der Unternehmer-Gattin nach ihrem Verschwinden genau passierte, konnte bislang nicht geklärt werden - und wird es vielleicht auch nicht mehr. Monate vor dem Verschwinden hatten sich Birgit M. und ihr Mann Harald M. getrennt. Nachdem die Ermittler zunächst den Gatten in Verdacht hatten, geriet schon bald der Friedhofsgärtner aus Lüneburg ins Visier. Ihn soll Birgit M. im Sommer ihres Verschwindens auf einer Party kennengelernt haben, so erzählte es der Ehemann der Vermissten der Polizei. 2016 erinnerte er sich noch einmal rückblickend in einem Gespräch mit der Wochenzeitung "Die Zeit".

Verdächtiger erhängt sich in Untersuchungshaft

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Mord nach fast 30 Jahren aufgeklärt

02.10.2017 19:30 Uhr
Hallo Niedersachsen

Nach fast 30 Jahren ist sehr wahrscheinlich das Skelett der 1989 vermissten Unternehmergattin Birgit M. gefunden worden. Eine DNA-Untersuchung soll das noch bestätigen. Video (02:18 min)

Mit dieser Information wandte sich Harald M. wenige Wochen später an die Kriminalpolizei. Sie fand den Namen des Gärtners heraus und stellte fest, dass dieser einschlägig vorbestraft war. Er hatte bereits eine fünfjährige Haft verbüßt, weil er eine Anhalterin entführt, sie vergewaltigt und fast zu Tode gewürgt hatte. Die Polizei lud ihn zur Vernehmung vor. Er beteuerte, ein Alibi zu haben, erwähnte aber nicht, dass er an den besagten Tagen, in denen Birgit M. verschwand, krankgeschrieben war, wie sich später herausstellte. "Man ging stoisch von einem Vermisstenfall aus", so Sielaff in dem Bericht der "Zeit". So sei es über Monate und Jahre gegangen - bis im Jahr 1993 eine neue Staatsanwältin in Lüneburg ihre Arbeit aufnahm. Sie leitete ein Strafverfahren wegen Mordverdachts gegen den Gärtner ein. Doch der Verdächtige erhängte sich in der Untersuchungshaft. Damals bedeutete das das vorzeitige Ende der Ermittlungen - bis Sielaff die Wiederaufnahme des Falls durchsetzen konnte.

Blut an Handschellen von Birgit M.

Während der neuerlichen Ermittlungen durch eine bis Anfang des Jahres eingesetzte Sonderkommission konnte 2016 eine winzige Blutspur auf einer Handschelle Birgit M. zugeordnet werden. Die Ermittler hatten sie in einem versperrten Raum im Haus des Gärtners gefunden. Laut dem Bericht der "Zeit" wurde die Handschelle damals zur Untersuchung in die Medizinische Hochschule Hannover gebracht. Die Ermittler gehen seitdem davon aus, dass der verdächtige Gärtner Birgit M. mit der Handschelle fesselte und anschließend tötete. Sie vermuten, dass der Gärtner versucht haben könnte, sein Opfer zu entführen und Lösegeld zu erpressen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 24.10.2017 | 16:00 Uhr