Stand: 22.03.2016 12:42 Uhr

Ein Euro für jeden fremdenfeindlichen Sticker

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Kein Raum für Rassismus: Anwohnerin Birgit Liebchen-Uszkoreit entfernt Aufkleber mit fremdenfeindlichen Parolen.

Die Aufkleber mit rassistischen Parolen sind in Hohnstorf im Landkreis Lüneburg nicht zu übersehen. Sie kleben an Ampeln, Verkehrsschildern oder direkt an den Flüchtlingsunterkünften. "Vorsicht Gutmensch" steht darauf oder "Refugees not welcome". Mittlerweile sind es so viele Aufkleber, dass die Bürger der Gemeinde etwas dagegen tun wollten. Sie starteten eine besondere Initiative: Alle Bürger in Hohnstorf sind ab sofort dazu aufgefordert, Aufkleber mit politisch fragwürdigen Inhalten von Ampeln und Laternen abzukratzen und im Gemeindebüro abzugeben. Für jeden entfernten Aufkleber fließt dann ein Euro als Spende an das UN-Flüchtlingshilfswerk.

Bürgermeister will den Spieß umdrehen

Die Aktion hat Bürgermeister André Feit (CDU) gemeinsam mit Bürgern der kleinen Elb-Gemeinde ins Leben gerufen. So wolle man den Spieß quasi umdrehen, erklärt der Bürgermeister. Denn je mehr Sticker die Asylgegner verteilten, desto mehr unterstützten sie damit künftig die Flüchtlingshilfe. Finanziert werden die Spenden durch Hohnstorfer Bürger und Geschäftsleute, die sich in der Vergangenheit immer wieder über die fremdenfeindlichen Aufkleber geärgert hatten. Die Gemeinde steuert spezielle Reinigungsmittel bei, die sich Bürger im Gemeindebüro abholen können, um die klebrigen Sprüche leichter entfernen zu können.

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Aktuell | 22.03.2016 | 12:00 Uhr