Stand: 21.01.2016 14:57 Uhr

Den Parteien geht die Basis verloren

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Den größten Verlust musste die CDU verbuchen: minus 5,8 Prozent in Nordostniedersachsen.

Den Parteien in den sieben Landkreisen Nordost-Niedersachsens laufen die Mitglieder weg. Schon seit Jahren. Woran liegt's? Macht einfach Kino mehr Spaß als die Parteiversammlung am Abend? Oder treten viele aus, weil ihnen die Politik ihrer Partei nicht mehr gefällt? Jedenfalls haben die im Landtag vertretenen Parteien nach Presseberichten 2015 rund 4.000 Mitglieder verloren. Wie eine Umfrage des NDR unter den Parteien in der Region zeigt, haben CDU, SPD und Grüne sechshundert Mitglieder weniger als vor einem Jahr.

CDU verliert 5,8 Prozent

Die größten Verluste meldete die CDU. Zwar blieb sie die Partei mit den meisten Mitgliedern, ihre Reihen lichteten sich jedoch um 5,8 Prozent. Franziska Marquard, Geschäftsführerin des CDU-Verbands für die Region, gibt an, dass ein großer Teil durch Todesfälle bedingt sei. Einen Zusammenhang mit der Flüchtlingspolitik erkennt sie nicht. Auch die SPD begründet ihren Mitgliederschwund von rund 4,6 Prozent mit einer großen Zahl von Sterbefällen. Die Partei spüre außerdem, dass die Freizeit heute anders organisiert werde, sagt die SPD-Landtagsabgeordnete für Lüneburg, Andrea Schröder-Ehlers. Sie glaube allerdings nicht, dass die Parteiaustritte in ihrer Region mit einem mangelnden Interesse an Politik zusammenhängen. Die Grünen verloren in Nordost-Niedersachsen rund 23 Mitglieder, umgerechnet 2,4 Prozent.

Kleine Parteien mit stabilen Zahlen

Gegen den Trend stemmen sich die FDP und die LINKE. Ihre Mitgliederzahlen in der Region blieben insgesamt stabil. Gleichbleibende Zahlen meldet auch die AfD. Vermehrte Austritte durch den Weggang von Parteigründer Bernd Lucke im Sommer seien durch Mitgliedsanträge und Neueintritte aufgefangen worden, teilte ein Pressesprecher der Partei mit.