Stand: 24.01.2016 14:36 Uhr

Alles, was fliegt: Weltvogelpark zählt seine Tiere

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Selbst der fünf Tage alte Brillenpelikan wird bei der Inventur gewogen.

Bei seinem Anblick friert der Betrachter. Denn der kleine Vogel liegt nackt auf einem Handtuch, und nichts erinnert daran, dass er demnächst mit rosafarbenem Gefieder die Besucher des Vogelparks Walsrode beglücken wird. Doch auch der vor ein paar Tagen geschlüpfte Brillenpelikan muss einmal kurz auf einer kleinen Waage ausharren, bis sein aktuelles Gewicht ermittelt wurde. Denn der Park, der die Brillenpelikan-Geburt am 20. Januar auf Facebook mit einem Video gefeiert hat, zählt und vermisst im Augenblick seinen gesamten Bestand.

Fünf Wochen wird gemessen und gezählt

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Gelbbrustara "Captain Hook" ist über die Messung irritiert und hält schützend einen Flügel über seinen Kopf...

Immer zum Jahresanfang werde in dem laut eigenen Angaben größten Vogelpark der Welt alles gezählt, vermessen und gewogen, was Federn und einen Schnabel hat, teilten die Betreiber mit. Rund zwei Monate vor dem Saisonstart am 18. März machen Biologen und Tierpfleger fünf Wochen Inventur. Dabei kontrollieren sie Listen und Datenblätter, Bestandsbücher werden aktualisiert. "Eigentlich beobachten wir alle Tiere das ganze Jahr über so genau, dass uns kaum ein Vogelnachwuchs entgeht", sagte Park-Sprecherin Sonja Buchhop. Dennoch bringe erst eine konzentrierte Zählung Gewissheit über den tatsächlichen Bestand.

Vom Kolibri bis zum Kondor

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...wogegen dieser Grünassari sich klaglos den Schnabel messen lässt.

Derzeit gehe man von 4.124 Vögeln und 675 durchaus sehr unterschiedlichen Arten aus. Die Palette reicht dabei vom zwei Gramm leichten Kolibri-Winzling bis zum gewaltigen Andenkondor mit einer Flügelspannweite von 320 Zentimetern und einem Gewicht von mehr 13 Kilogramm. "Mitunter ist die Inventurarbeit eine echte Geduldsprobe. Wir müssen Waagen tarnen, Köder auslegen und stundenlang warten." Besonders stolz sei man auf den Nachwuchs bei Kolibris oder Felsenhähnen, sagt Sprecherin Sonja Buchhop. "Unter menschlicher Obhut ist Nachwuchs hier sehr selten, europaweit sind diese Zuchterfolge einzigartig." Für Besucher öffnet der Park in diesem Jahr vom 18. März bis Ende Oktober seine Tore.

 

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