Stand: 13.06.2017 16:31 Uhr

Überraschung bei SuedLink-Konferenz in Hannover

Bild vergrößern
Auf der Konferenz in Hannover geht es um die Strecke zwischen Scheeßel und Bad Gandersheim. Es gibt mehrere mögliche Varianten.

Die geplante Stromtrasse SuedLink erhitzt seit Langem die Gemüter. Strom aus Windenergie soll über die Trasse von Nord- nach Süddeutschland transportiert werden. Doch wo genau soll und kann die Trasse entlangführen, welche Techniken werden eingesetzt und was bedeutet SuedLink für Anwohner und Bauern? Bei der zweiten von drei Antragskonferenzen zu SuedLink in Niedersachsen ist am Dienstag über die Möglichkeiten diskutiert worden. Gleich zu Beginn stellte die Gemeinde Söhlde (Landkreis Hildesheim) einen unerwarteten Antrag: Für Söhlde solle der Einsatz einer Überlandleitung geprüft werden. Dabei hatte Netzbetreiber Tennet nach zahlreichen Protesten gegen oberirdische Leitungen entschieden, auf unterirdisch verlaufende Kabel zu setzen.

Söhldes Bürgermeister: "Optionen offenhalten"

"Das ist bei diesen Anhörungen das erste Mal überhaupt, dass so ein Antrag auf Freileitung gestellt wurde", sagte Peter Olaf Eul von der Bundesnetzagentur. Söhldes Bürgermeister Alexander Huszar (CDU) stellte dagegen klar, dass er sich damit keinesfalls festlegen wolle: "Das bedeutet nicht, dass ich das ganze Gemeindegebiet überspannen lassen will", so Huszar, "ich will mir lediglich Optionen offenhalten. Leider habe ich erst gestern erfahren, dass diese Konferenz die letzte Möglichkeit bot, um sich durch einen Antrag auf Prüfung auch eine derartige Option offenzuhalten." Zahlreiche Landwirte hätten ihn am Vortag angesprochen, weil sie um ihre Böden fürchteten.

Videos
03:09

Ärger um die Stromtrasse SuedLink

15.05.2017 19:30 Uhr
Hallo Niedersachsen

Die Verlegung der Stromtrasse SuedLink sorgt weiter für Ärger. Vor allem die Landwirte fürchten um ihre Böden. NDR Reporter Jan Starkebaum berichtet aus Schwüblingsen. Video (03:09 min)

Dritte Konferenz am 20. Juni in Verden

Auf der Konferenz in Hannover ging es konkret um den Streckenabschnitt zwischen Scheeßel (Landkreis Rotenburg) und Bad Gandersheim (Landkreis Northeim). Insgesamt soll die Stromtrasse rund 700 Kilometer umfassen. Die Netzbetreiber Tennet und TransnetBW haben mehrere mögliche Trassenverläufe erarbeitet, einen weiteren Vorschlag für eine alternative Route hat das Land Thüringen beigesteuert. Viel Stoff für Debatten. Rund 300 Bürger sowie Vertreter von Behörden und Verbänden konnten und können auf den drei Konferenzen Vorschläge machen, die in die weiteren Planungen aufgenommen werden sollen. Die Hinweise werden gebündelt und zur Prüfung und Bewertung an die Netzbetreiber weitergegeben. Entscheidungen trifft am Ende die Bundesnetzagentur. Die dritte Konferenz ist am 20. Juni in Verden geplant.

Weitere Informationen

SuedLink: Entscheidendes Verfahren beginnt

Der genaue Verlauf von SuedLink, einer 700 Kilometer langen Stromtrasse, sorgt trotz Erdverkabelung noch für Streit. Die Bundesnetzagentur startet jetzt den Dialog mit Betroffenen. (07.06.2017) mehr

Tennet entscheidet sich für Ostvariante

Stromnetzbetreiber Tennet hat sich für die Ostvariante der Stromtrasse Suedlink entschieden. Aus den betroffenen Region kommt massive Kritik, andere sind erleichtert. (08.03.2017) mehr

Verbessertes Erdkabel im Test

In Stade wird derzeit ein neues Erdkabel getestet. Es soll die Erwärmung der Erde verhindern und weniger Fläche einnehmen. Netzbetreiber Tennet zeigt sich interessiert. (03.03.2017) mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Hannover | 13.06.2017 | 17:00 Uhr

Mehr Nachrichten aus Niedersachsen

01:30

Glyphosat Thema im Landtag

13.12.2017 14:00 Uhr
NDR//Aktuell
02:13

Verstößt Amazon gegen Arbeitnehmerrechte?

12.12.2017 19:30 Uhr
Hallo Niedersachsen