Stand: 18.11.2014 16:34 Uhr

Daddeln bis zur Grünphase: Premiere für "StreetPong"

Was vor zwei Jahren als Konzept an der HAWK (Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst) in Hildesheim begann, hat Weltpremiere in der realen Welt gefeiert: Die erste Ampel mit "StreetPong" wurde am Dienstag offiziell eingeweiht. Im September 2012 hatte der Siegeszug von "StreetPong" begonnen. Zwei Studenten der HAWK hatten die Idee zu einem Spiel, das die Wartezeit an Fußgänger-Ampeln verkürzen soll. An einem Fußgänger-Überweg sind an gegenüberliegenden Ampelmasten berührungsempfindliche Bildschirme montiert. Während der Rotphase können Wartende gegeneinander Pong spielen, den Klassiker der Computerspiele.

Bis der Finger rot und die Ampel grün ist ...

"StreetPong" wird zum Internet-Hype

Auch wenn es das Spiel zunächst nur als Idee und noch nicht als funktionierenden Prototypen gab, drehten die Studenten ein Video von "StreetPong". Mithilfe von Computertricks sah es in dem Film so aus, als ob so eine "StreetPong"-Ampel tatsächlich existierte. Der Konzept-Film ging um die Welt und bald gab es einen regelrechten Hype um das Straßenspiel. Nach anfänglicher Zurückhaltung unterstützte dann auch die Stadt Hildesheim das Konzept. Mitarbeiter des Fachbereichs Tiefbau und Grün halfen dem HAWK-Team bei der Verfeinerung. Einer der Studenten, die damals die Idee zu dem Spiel hatten, gründete eine Firma und nun war es tatsächlich so weit: An der Fußgänger-Ampel vor der Hochschule können Wartende nun vier Wochen lang "StreetPong" spielen. "Rund 600 Arbeitsstunden und allein rund 10.000 Euro Materialkosten stecken in dem Projekt", erklärte Mitentwicklerin Amelie Künzler. Sollte die etwas andere Ampeltaste in Serie gehen, wäre sie unwesentlich teurer als eine Standard-Ampeltaste - die kostet rund 150 Euro.

"HAWK-Kreativität zum Anfassen"

"Wir sind sehr froh darüber, dass die innovative Idee nicht nur aus Hildesheim stammt, sondern selbstverständlich auch zuerst hier umgesetzt wird", so Hildesheims Oberbürgermeister Ingo Meyer (parteilos). Kosten würden der Stadt nicht entstehen. Lediglich bei der Montage an der Ampelanlage hätten Fachleute von der Stadt geholfen, sagte ein Sprecher auf Anfrage von NDR.de. HAWK-Präsidentin Christiane Dienel freute sich nicht nur darüber, dass "StreetPong" endlich Realität ist. Noch schöner sei, dass die Studierenden daraus ein Start-up-Unternehmen gemacht hätten. "Das ist HAWK-Kreativität zum Anfassen", so Dienel. Geplante Erweiterungen für Ampel-Bildschirm

Geplante Erweiterungen für Ampel-Bildschirm

Während der vierwöchigen Testphase wird sich ein HAWK-Team im Rahmen eines Verkehrsbeobachtungs-Projektes die Ampel ganz genau anschauen. Wie verhalten sich die Wartenden? Gibt es Probleme mit der Verkehrssicherheit? Bleiben vielleicht sogar mehr Menschen an einer roten Ampel stehen? Die Firmengründer der HAWK haben jedenfalls schon weitere Ideen für ihr Projekt. Der Touchscreen kann schließlich mehr, als nur ein uraltes Videospiel darstellen. Geplante Erweiterungen sind zum Beispiel die Präsentation regionaler Nachrichten, Navigation in der Stadt, Gewinnspiele, Stadtrallyes und vieles mehr.

Karte: Hier befindet sich die StreetPong-Ampel