Stand: 28.01.2015 17:50 Uhr

Samenspende: Kinder haben Recht auf Namen

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Die Karlsruher Richter urteilten: Kinder haben ein Recht darauf, die Namen ihrer Eltern zu erfahren. (Archiv)

Wer ist mein Vater? Und wann habe ich das Recht, das zu erfahren? Fragen, mit denen sich am Mittwoch der Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe beschäftigt hat. Geklagt haben die Eltern zweier Mädchen aus der Region Hannover. Die Kinder, heute zwölf und 17 Jahre alt, wurden nach einer Samenspende geboren. Die Eltern wollten von einer Reproduktionsklinik in Bad Münder erfahren, wer der leibliche Vater der Mädchen ist, um es den Kindern mitzuteilen. In einem ersten Urteil hatte das Landgericht Hannover entschieden, dass die Mädchen unter 16 Jahren kein Recht darauf haben, den Namen zu erfahren. Dieses Urteil kassierte der BGH nun.

Rechtsstreit jetzt wieder in Hannover

Ein Mindestalter sei nicht nötig. Auch Kinder haben das Recht, den Namen ihres biologischen Vaters zu kennen, urteilten die Karlsruher Richter und verwiesen den Fall zurück an das Landgericht Hannover. Dort muss nun nach der Maßgabe des BGH neu entschieden werden. Die Entscheidung hat Auswirkungen auf viele Kinder und Jugendliche: Geschätzt gibt es in Deutschland etwa 100.000 Kinder, die mithilfe von Samenspenden gezeugt wurden.