Stand: 04.03.2016 15:22 Uhr

Salzhemmendorf: Acht Jahre Haft gefordert

Acht Jahre, sieben Jahre beziehungsweise vier Jahre und zwei Monate Haft: So lautet die Forderung der Staatsanwaltschaft Hannover für die drei Angeklagten, die eine Flüchtlingsunterkunft in Salzhemmendorf in Brand gesteckt haben sollen. Staatsanwältin Katharina Sprave sagte in ihrem Plädoyer am Freitag vor dem Landgericht, es habe sich um versuchten Mord und versuchte schwere Brandstiftung gehandelt. Die Anklage geht außerdem von fremdenfeindlichen Motiven aus. Die Tötungsabsicht sei gegeben, so Sprave weiter. "Es ist eine glückliche Fügung, dass es nicht zur Tatvollendung gekommen ist." Nach der Staatsanwaltschaft sollen auch die beiden Nebenklage-Vertreter ihre Schlussvorträge halten.

Angeklagte haben Geständnisse abgelegt

In dem Prozess um den Brandanschlag im Landkreis Hameln-Pyrmont im August 2015 müssen sich zwei 25 und 31 Jahre alte Männer sowie eine 24-Jährige verantworten. Sie haben bereits gestanden, einen Molotow-Cocktail auf das überwiegend von Asylbewerbern bewohnte Haus geworfen zu haben. Allerdings bestreiten sie, dies aus Ausländerhass getan zu haben. Im Falle einer Verurteilung drohen ihnen Freiheitsstrafen zwischen drei und 15 Jahren.

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Urteil Mitte März erwartet

Mit einem spektakulären Antrag hatten die Verteidiger zuletzt für viel Aufsehen gesorgt und damit den Prozess verzögert. Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) sollte als Zeuge aussagen. Der Politiker habe die Attacke als versuchten Mord bezeichnet und damit die Staatsanwaltschaft in ihrer Anklage beeinflusst, so die Verteidigung. Diesen Antrag lehnte das Landgericht Hannover jedoch ab.

Am 14. und 16 März wird der Prozess fortgesetzt, das Urteil soll am 17. März verkündet werden.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Hannover | 04.03.2016 | 08:30 Uhr