Stand: 05.03.2016 08:54 Uhr

Nur jeder Dritte kann die Rettungsgasse

So funktioniert die Rettungsgasse auf zwei- und dreispurigen Straßen.

Fast täglich erreichen uns Meldungen über schwere Unfälle auf Niedersachsens Straßen. Für die Rettungskräfte zählt dann jede Sekunde. Doch anscheinend stellen sich viele Autofahrer im wahrsten Wortsinn quer. "Die Rettungsgasse funktioniert nicht", heißt es jetzt in einer aktuellen Studie: Die Johanniter in Hannover schlagen Alarm. Laut einer aktuellen Forsa-Umfrage wissen 64 Prozent der Führerschein-Inhaber in Deutschland nicht, wie eine Rettungsgasse funktioniert, um den Krankenwagen zum Unfallort durchzulassen. "Das ist ein alarmierendes Ergebnis, das sich leider auch mit den Erfahrungen unser Rettungsteams deckt", sagt Kersten Enke von der Johanniter-Akademie in Hannover.

"Rettungs(G)asse sind wir alle"

Besonders besorgniserregend: Bei den Autofahrern über 60 Jahren wissen nur 24 Prozent über die Bildung einer Rettungsgasse Bescheid. Dabei ist das Prinzip ganz einfach, so die Johanniter. Auf einer zweispurigen Straße fahren die Fahrzeuge auf der linken Spur an den linken, die Fahrzeuge auf der rechten Spur an den rechten Fahrbahnrand. Auf einer dreispurigen Autobahn fahren nur die Fahrzeuge auf der linken Überholspur nach links, alle anderen nach rechts. Allgemein gilt also:

Fahrzeuge auf dem linken Fahrstreifen fahren ganz nach links, Fahrzeuge auf allen anderen Streifen weichen nach rechts aus.

Um das Bewusstsein für die Rettungsgasse wieder zu schärfen, haben die Johanniter die Aktion "Rettungs(G)asse sind wir alle" gestartet: Autofahrer können sich ein Merkblatt zur Bildung der Gasse herunterladen, ausdrucken und dann ins Auto legen.

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Wie bildet man eine Rettungsgasse?

Mit der Aktion "Rettungs(G)asse sind wir alle" wollen die Johanniter den Autofahrern ins Gedächtnis rufen, wie eine Rettungsgasse richtig gebildet wird. Das Merkblatt als PDF-Download. extern

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 04.03.2016 | 08:00 Uhr