Stand: 16.10.2015 12:14 Uhr

Notfallversorgung 2.0 soll bald starten

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Viele Notaufnahmen in Hannover sind häufig überfüllt sind. (Themenbild)

Das Problem besteht seit Jahren: überfüllte Notaufnahmen, überlastete Kliniken, weite Wege für Rettungsdienste. Das niedersächsische Gesundheitsministerium will deshalb ein neues, internetbasiertes System testen, mit dem Rettungsdienste und Krankenhäuser in Echtzeit Informationen über aktuelle Behandlungs- und Versorgungskapazitäten austauschen können. Erst am Donnerstag hatte Gesundheitsministerin Cornelia Rundt (SPD) im Landtag erklärt, dass "in Zeiten von Spitzenbelastungen in Einzelfällen die Behandlung nicht im nächstgelegenen, sondern in weiter entfernten Krankenhäusern durchgeführt" werden müsse. Nach Angaben der "Hannoverschen Allgemeinen" sei etwa die internistische Station der Medizinischen Hochschule Hannover im ersten Halbjahr 2014 zu 86 Prozent abgemeldet gewesen. "IVENA" (Interdisziplinärer Versorgungsnachweis) soll nun Abhilfe schaffen, zunächst als Pilotprojekt in der Region Hannover sowie im Raum Osnabrück/Oldenburg.

"System ist startklar"

Mit dem System soll zukünftig eine flexiblere Planung der Notfallversorgung möglich sein. Bislang ist es so, dass sich ein Krankenhaus mit Notfallversorgung bei der Rettungsleitstelle abmeldet, wenn es keine weiteren Patienten notfallmäßig aufnehmen kann. Das heißt für Rettungsdienste, dass sie womöglich längere Wege zurücklegen müssen, um einen Patienten in eine Klinik mit Notfallversorgung zu bringen - unabhängig von der Diagnose. Mit dem System hingegen können laut Ministeriumssprecher Uwe Hildebrandt die beteiligten Stellen besser miteinander kommunizieren. So muss dann beispielsweise ein Patient mit neurologischem Befund nicht notwendigerweise in eine weiter entfernte Notaufnahme, nur weil die näher gelegene sich wegen zu vieler chirurgischer Fälle abgemeldet hat. Laut Hildebrandt ist das internetbasierte System startbereit, es fehle nur noch die letzte Zustimmung der Regionsverwaltung.