Stand: 20.07.2015 09:51 Uhr

Nach Bombenentschärfung: Alles läuft wieder

Pünktlich zum Tatort: Rund 16.000 Menschen in der Region Hannover konnten ihren Sonntagabend am Ende doch in den eigenen vier Wänden verbringen. Gegen 19.30 Uhr hatten die Experten vom Kampfmittelbeseitigungsdienst ihre Arbeit in Langenhagen bei Hannover beendet. Die Einwohner, die bereits am Morgen das Evakuierungsgebiet verlassen mussten, durften wieder zurück in ihre Wohnungen und Häuser. Die Bilanz dieses Tages: Zwei entschärfte Fliegerbomben aus dem Zweiten Weltkrieg und eine Rammkernsonde aus Zeiten des Ausbaus der Autobahn 2. Insgesamt drei Verdachtspunkte hatten die Experten nach Bomben untersucht. Die wichtige Ost-West-Achse A 2, die wegen der Entschärfung der Blindgänger weiträumig in Richtung Berlin und Richtung Dortmund voll gesperrt werden musste, wurde am Abend wieder freigegeben.

Bombenräumung: 16.000 Menschen evakuiert

Zwei Fünf-Zentner-Bomben entschärft

An drei Punkten in Langenhagen hatten Experten Fliegerbomben im Erdreich vermutet, fündig wurden sie allerdings nur an zwei Stellen. Bei einer ersten Grabung, direkt an der A 2, stießen sie nur auf eine Rammkernsonde, die offenbar vor Jahren beim Ausbau der A 2 vergessen wurde, wie Sprengmeister Marcus Rausch erklärte. An einer Tankstelle an der Vahrenwalder Straße aber fanden die Experten wenig später tatsächlich einen Blindgänger: Die britische Fünf-Zentner-Bombe konnte am späten Nachmittag erfolgreich entschärft werden. Ebenso eine amerikanische Fünf-Zentner-Bombe mit mechanischem Heckzünder an der Hans-Böcker-Straße knapp zwei Stunden später.

Evakuierung verzögert sich

Die Gefahrenzone war erst mit mehr als einer Stunde Verzögerung evakuiert worden. Erst danach, etwa gegen 15 Uhr, konnte der Kampfmittelbeseitigungsdienst seine Arbeit aufnehmen. "Es hat bei einigen Leuten länger gedauert, bis sie das Haus verlassen haben", sagte Langenhagens Stadtsprecherin Juliane Stahl. Die Menschen harrten teilweise seit dem frühen Morgen bei Freunden, Verwandten oder in öffentlichen Sammelstellen aus.

Lange Staus bleiben aus

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Ticker: So verliefen Evakuierung und Entschärfung

Der Kampfmittelbeseitigungsdienst hat am Sonntag in Langenhagen bei Hannover zwei Blindgänger entschärfen können. Den Verlauf des Tages können Sie hier noch einmal nachlesen. mehr

In der Verkehrsmanagementzentrale in Hannover zeigte man sich erleichtert: Während der gut siebenstündigen Vollsperrung der A 2 zwischen dem Kreuz Hannover-Ost und Herrenhausen kam es zwar zu kleineren Staus, insgesamt aber sei es ein "entspannter Tag" für die Region gewesen. Es habe lediglich leichte Behinderungen auf den Straßen gegeben, sagte ein Sprecher. Die gefürchteten langen Staus seien ausgeblieben.

50 Züge ausgefallen

Neben dem Verkehr auf der Autobahn kam bis zur Entwarnung am Abend auch der Bahnverkehr im betroffenen Gebiet nahezu zum Erliegen. Nach Informationen der Stadt Langenhagen wurden 42 Züge umgeleitet, 50 fielen vollständig aus.