Stand: 23.02.2016 14:37 Uhr

Mutmaßlicher Schleuser in Hildesheim angeklagt

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Im November hatte die Bundespolizei den Schleuserring gesprengt. (Archivbild)

Er soll pro Person bis zu 10.000 Euro kassiert haben: Die Staatsanwaltschaft Hildesheim hat gegen ein mutmaßliches Mitglied einer international agierenden Schleuserbande Anklage erhoben. Sie wirft dem 24-Jährigen aus Essen die gewerbsmäßige Schleusung sowie Urkundenfälschung und gewerbsmäßiges Verschaffen falscher Papiere in zwölf Fällen vor. In acht Fällen sei es beim Versuch der Schleusung geblieben, so die Sprecherin der Staatsanwaltschaft, Christina Pannek. Der Mann soll zusammen mit Komplizen, die noch gesondert verfolgt würden, vor allem libanesische und syrische Staatsangehörige auf dem Luftweg illegal nach Deutschland gebracht haben.

Zwölf Personen auf einmal eingeschleust

Den Schleuserring, dem der Mann angehören soll, hatte die Bundespolizei bei einer großangelegten Razzia im November vergangenen Jahres gesprengt. Dabei waren auch Objekte in Hildesheim durchsucht worden. Der Mann aus Essen soll international weit verzweigte Verbindungen genutzt haben, um gefälschte Pässe oder Aufenthaltstitel zu besorgen, so Pannek. In einem Fall seien dabei zwölf Personen auf einmal illegal nach Deutschland gelangt, sagte Pannek. In den anderen Fällen seien es jeweils ein oder zwei Personen gewesen. Die geplante Schleusung einer zehnköpfigen libanesischen Familie, für die die Schleuser vorab 90.000 Dollar kassiert haben sollen, sei dagegen gescheitert. Im Falle einer Verurteilung drohen bis zu zehn Jahre Haft.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Hannover | 23.02.2016 | 14:30 Uhr