Stand: 09.12.2015 17:30 Uhr

Forscher entdecken innere Organe bei Mumie

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Wie alt sind die Mumien? Wie sahen die Menschen früher einmal aus? Die Wissenschaftler suchen nach Antworten.

Normalerweise liegen im Hildesheimer St. Bernward Krankenhaus lebende Menschen im Computertomografen. Die Patienten, die am Mittwoch in die Röhre geschoben wurden, sind seit vielen Hundert Jahren tot. Wissenschaftler untersuchen derzeit vier Mumien aus unterschiedlichen Kulturen - darunter sterbliche Überreste aus Ägypten, Südamerika und von den Kanarischen Inseln. Sie erhoffen sich durch die Untersuchung neue Erkenntnisse über Verletzungen, Grabbeigaben und das Geschlecht der Mumien.

Innere Organe erhalten

Eine der interessantesten Mumien stammt aus der Kultur der Guanchen - der Ureinwohner der Kanarischen Inseln. Weltweit gebe es nur rund 40 dieser Mumien, teilte das Hildesheimer Roemer- und Pelizaeus-Museum mit. Die Guanchen-Mumie wurde eigens für die Untersuchung von der Universität Göttingen nach Hildesheim gebracht. "Wir haben schon tolle Sachen herausgefunden", sagte der Ägyptologe Oliver Gauert nach der Sichtung der ersten CT-Bilder. So seien bei der Frauenmumie, die seit 1802 in Göttingen verwahrt wird, innere Organe erhalten. Mit einer Gewebeprobe soll nun noch das genaue Alter der Guanchen-Mumie ermittelt werden.

Eine Mumie liegt auf einer Trage. © NDR

Eine Mumie in der Röhre

Hallo Niedersachsen -

Eine CT-Untersuchung soll die genaue Herkunft und das Alter einer Guanchen-Mumie aus Teneriffa klären. Von Februar an wird sie in einer Ausstellung in Hildesheim zu sehen sein.

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Älteste Mumie untersucht

Die Radiologen im St. Bernward Krankenhaus durchleuchteten außerdem eine hockende Frauenmumie, die vermutlich 500 bis 800 Jahre alt ist und aus Peru stammt. Sie gehört ebenfalls der Uni Göttingen. Spektakulär ist auch die Mumie des ägyptischen Beamten Idus II. aus der Hildesheimer Sammlung, die nach Museumsangaben die älteste bekannte Mumie ist. Die Radiologen durchleuchteten am Mittwoch jedoch nur der Kopf von Idus II., der etwa um 2.200 v. Chr. gelebt haben dürfte. Mithilfe der CT-Aufnahmen wollen die Wissenschaftler an einer Rekonstruktion des Gesichts arbeiten.

"Mumien der Welt" beginnt im Februar

Die untersuchten Mumien sollen dann in der Ausstellung "Mumien der Welt" im Hildesheimer Roemer- und Pelizaeus-Museum präsentiert werden. Die Schau wird am 12. Februar eröffnet. Gezeigt werden Mumien und Mumifizierungstraditionen in unterschiedlichen Kulturräumen auf allen bewohnten Kontinenten.

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Dieses Thema im Programm:

Regional Hannover | 09.12.2015 | 16:00 Uhr