Stand: 30.06.2017 09:30 Uhr

MHH-Sanierung: Aus Fehlern lernen?

von Antje Schmidt

Die Unikliniken Hannover und Göttingen werden saniert. Insgesamt will die niedersächsische Landesregierung in den kommenden 20 Jahren 2,1 Milliarden Euro zur Verfügung stellen. 600 Millionen Euro stehen jetzt schon bereit und kommen aus einem Sondervermögen. Der Landesrechnungshof hat in dieser Woche einen Vorschlag unterbreitet, wie die Großbaustelle Unimedizin gelingen kann. "Wir haben in den letzten Jahren eine Reihe von Fehlern gesehen", sagt Lutz Bardelle vom Landesrechnungshof. "Uns fällt auf, dass Baumaßnahmen an den Unikliniken aufgrund von Absprachefehlern häufig nicht gut gelingen."

Einige Handwerker sanieren einen Innenraum.

Sanierung der Uni-Kliniken: Fehler vermeiden

Hallo Niedersachsen -

Die Uni-Kliniken in Hannover und Göttingen sollen in den nächsten 20 Jahren saniert werden. Pannen wie beim Neubau der Medizinischen Hochschule Hannover will man vermeiden.

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Probleme mit Klimaanlage und Stromversorgung

Ein Beispiel dafür ist das Laborgebäude K3 an der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH). 2008 geplant, 2015 fertig gestellt. Erst am Ende fiel auf, dass Klimaanlage und Stromversorgung den nötigen Anforderungen nicht standhalten. Seitdem steht der 30 Millionen Euro teure Neubau leer. Die Klimaanlage wird derzeit nachgerüstet. Das kostet Zeit und Geld. Zudem hat die Baupanne eine Menge Ärger verursacht, denn die Verantwortung dafür wollten weder die MHH noch das staatliche Baumanagement übernehmen. Nun also ein Neustart ohne Kompetenzgerangel.

"Quasi nur Mieter"

Der Landesrechnungshof schlägt vor, dass beide Unikliniken unter der Leitung einer Baugesellschaft saniert werden. "Wir sind der Meinung, dass es eine zentrale Steuerung geben muss. Wichtig ist, dass es eine gemeinsame Koordinierung gibt", sagte Bardelle. Dass es strukturelle Änderungen geben muss, darüber sind sich alle Beteiligten einig. Die Medizinische Hochschule wünscht sich seit langem mehr Mitspracherechte bei Neubauten und Sanierungen. "Wir würden gerne mehr Verantwortung übernehmen, aber wir sind als Landesbetrieb quasi nur die Mieter der Gebäude", sagt Christopher Baum, Präsident der MHH. "Und Mieter haben beim Hausbau in der Regel wenig zu sagen."

Landesrechnungshof mahnt zu Eile

Auch im Wissenschaftsministerium und im Finanzministerium wollen die Verantwortlichen aus den Fehlern der Vergangenheit lernen. "Wir werden selbstverständlich auch neue Entscheidungsstrukturen aufbauen. Das ist eine der Lehren aus den Baupannen der letzten Jahre", sagte Wissenschaftsministerin Gabriele Heinen-Kljajic (Grüne) gegenüber dem NDR. In der nächsten Woche will ihr Ministerium erste Vorschläge so einer Umstrukturierung präsentieren. Der Landesrechnungshof mahnt in jedem Fall zu Eile. "Mehr als zehn Jahre sollte die Sanierung nicht dauern. Es müssen schnelle Lösungen gefunden werden", so Bardelle weiter. "Die Landesregierung muss in die Puschen kommen."

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Hallo Niedersachsen | 29.06.2017 | 19:30 Uhr

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