Stand: 18.12.2015 13:27 Uhr

Leukämie-Häufung in Rodewald bestätigt sich

Besteht ein Zusammenhang zwischen Erdölförderung und gehäuften Krebserkrankungen? In Niedersachsen gibt es gleich zwei Orte, die diesen Verdacht nahelegen: in Bothel (Landkreis Rotenburg) und auch in Rodewald (Landkreis Nienburg). Dort gibt es nach NDR Recherchen auffällig viele Leukämiefälle. In Rodewald wurde bis vor 20 Jahren Öl noch gefördert. Dabei trat krebserregendes Benzol aus. Jetzt hat der Landkreis Nienburg die NDR Informationen bestätigt: Eine Anfrage beim Kinderkrebsregister in Mainz ergab, dass sich die Leukämiefälle bei Kindern unter 15 Jahren in der Gemeinde Rodewald tatsächlich häufen. Laut Landkreis-Sprecher Torsten Rötschke seien zwischen 1987 und 2014 vier Leukämieerkrankungen registriert worden - statistisch zu erwarten gewesen seien allerdings nur 0,6 Fälle.

Uwe Hildebrand, Leiter des Referats für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit (Sozialministerium Niedersachsen), spricht auf einer Landespressekonferenz. © NDR

Leukämie in Rodewald: "Gibt eine Auffälligkeit"

In Rodewald im Landkreis Nienburg gibt es eine erhöhte Zahl von Leukämiefällen. Unter Federführung des Kreises wird laut niedersächsischem Sozialministerium nach der Ursache gesucht.

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Alle Fälle zwischen 2004 und 2007

Außerdem habe es zwei weitere Fälle in der Samtgemeinde Steimbke gegeben. Alle Fälle habe es in einem sehr begrenzten Zeitraum zwischen 2004 und 2007 gegeben. "Aber auch wenn in den letzten Jahren keine kindlichen Leukämiefälle mehr aufgetreten sind, muss versucht werden, die genauen Umstände aufzuklären", sagte Torsten Vogel, Leiter des Gesundheitsamtes.

Individuelle Krankheitsgeschichten sollen untersucht werden

Die Häufung beweise aber noch nicht, dass die Erkrankungen im direkten Zusammenhang mit der Erdölförderung in Rodewald stünden, betonte Kreissprecher Rötschke. Im nächsten Schritt soll jetzt Kontakt zu den Betroffenen aufgenommen werden, um die individuellen Krankheitsgeschichten in Erfahrung zu bringen. Experten sollen die Krankheitsverläufe genau analysieren. Laut Rötschke wird dabei nach vergleichbaren Mustern gesucht, um eventuell einen Zusammenhang mit dem ausgetretenen, krebserregenden Benzol herstellen zu können. Die Untersuchungen seien aber erfahrungsgemäß langwierig. Außerdem wartet der Landkreis auch noch auf weitere Informationen vom Krebsregister Niedersachsen. Die sollen im Frühjahr eintreffen und zeigen, ob es auch auffällig viele Krebserkrankungen bei den Erwachsenen aus der Region gibt.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 18.12.2015 | 12:00 Uhr