Stand: 01.03.2017 17:01 Uhr

Krankenkasse: Abrechnungsbetrug hält an

Trotz des neuen Anti-Korruptionsgesetzes im Gesundheitswesen hat die Kaufmännische Krankenkasse (KKH) im vergangenen Jahr erneut Hunderte Betrugsfälle mit Millionenschaden aufgedeckt. Apotheken verursachten 2016 wie auch im Vorjahr die höchste Schadenssumme mit knapp 1,2 Millionen Euro, gefolgt von ambulanten Pflegediensten.

1,8 Millionen Euro Gesamtschaden

Der Gesamtschaden bei 810 entdeckten Fällen summierte sich 2016 auf 1,8 Millionen Euro, wie die KKH am Mittwoch in Hannover mitteilte. Im Jahr davor waren es bundesweit 287 Fälle mit einem Schaden von 1,4 Millionen Euro gewesen. Der GKV-Spitzenverband konnte allerdings keine Aussage darüber treffen, wie hoch der bundesweite Schaden aller Krankenkassen ist. Unter den Betrugsfällen befand sich etwa ein Pflegedienst, der mit frei erfundenen Pflegekursen für Angehörige die Kasse betrogen hatte. Auch eine Apotheke zum Beispiel, die 50 Mal so viele Blutzuckerteststreifen abrechnete, wie sie tatsächlich abgegeben hat, führte die KKH in ihrem Bericht auf.

Kassen-Chef begrüßt Anti-Korruptionsgesetz

Da das Gesetz zur Bekämpfung von Korruption im Gesundheitswesen erst im Juni 2016 in Kraft getreten ist, sei es für konkrete Aussagen über die Wirksamkeit noch zu früh, sagte KKH-Chef Ingo Kailuweit. "Wir freuen uns darüber, dass wir uns dank des Gesetzes jetzt intensiv mit Staatsanwaltschaften und Ärztevertretern über das Thema Korruption austauschen können."

Generalstaatsanwaltschaft setzt auf konsequente Ahndung

Auch Oberstaatsanwalt Christian Müller von der für diesen Bereich in Niedersachsen zuständigen Generalstaatsanwaltschaft Celle sagte: "Die Ermittlungsbehörden sind durch die Regelung in der Lage, korrupte Verhaltensweisen im Gesundheitswesen konsequent zu ahnden." Das neue Gesetz wendet sich neben der Korruption auch gegen Betrügereien in der Gesundheitsbranche.

 

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 01.03.2017 | 16:00 Uhr

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