Stand: 19.04.2017 11:47 Uhr

Islamkreis Hildesheim endgültig verboten

Die Klagefrist ist abgelaufen, damit ist das Verbot des "Deutschsprachigen Islamkreises Hildesheim" (DIK) rechtskräftig. Er gilt nun als aufgelöst. "Dieser Verein war ein wichtiger Kristallisationspunkt in der niedersächsischen und deutschen Islamistenszene", sagte Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius (SPD). Der Islamkreis und seine Moschee hätten als Rekrutierungszentrum der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) gedient. Die Behörden hatten den Islamkreis am 14. März verboten. Dagegen hatten die Betroffenen einen Monat Zeit, um Rechtsmittel einzulegen. Das taten sie nicht.

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Berlin-Attentäter Amri war in Hildesheim

Bei einer Durchsuchung im Sommer vergangenen Jahres hatten die Sicherheitsbehörden umfangreiches Beweismaterial sichergestellt, hieß es vom Innenministerium. Darunter seien auch viele digitale Speichermedien gewesen. Die Auswertung habe ergeben, dass der Verein "Muslime in konspirativer Art und Weise zielgerichtet radikalisiert" und sie dazu bewegt habe, sich dem IS anzuschließen. Unter den Besuchern der Moschee war auch Berlin-Attentäter Anis Amri. Er wurde dort Ende 2015 vom Verfassungsschutz gesehen. Möglicherweise geriet er in Hildesheim in Kontakt mit dem radikalen Salafisten-Prediger Abu Walaa.

Szene "nicht in Luft aufgelöst"

Trotz des Verbots warnte Innenminister Pistorius vor dem Fortbestehen der radikalislamistischen Szene. Diese habe sich "nicht in Luft aufgelöst", sagte Pistorius. "Es wird neue Treffpunkte geben, das Internet wird in diesem Bereich noch wichtiger, als es ohnehin schon ist. Auch die Radikalisierungswege werden immer dynamischer."

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Hannover | 19.04.2017 | 14:30 Uhr

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