Stand: 08.09.2015 09:16 Uhr

Imker schützen ihre Bienen per GPS vor Dieben

In Niedersachsen beklagen Imker immer häufiger den Diebstahl von Bienenvölkern. Nun wollen die Imker ihre Bienen mit Peilsendern, Wildkameras und verstärkten Kontrollen vor einem Diebstahl schützen. "Bienendiebstahl gab es schon immer", sagt Klaus Ahrens vom Niedersächsischen Berufsimkerverband. "Dieses Jahr ist es aber ein echtes Problem geworden." Allein in diesem Jahr sind Landkreis Stade laut des örtlichen Imkervereins 44 Völker gestohlen worden - in den Vorjahren war es lediglich vier bis acht. Auch der Landesimkerverband Weser-Ems spricht von einem "extremen Jahr". "Wir haben bis jetzt zwölf Fälle mit insgesamt 67 Völkern", sagte Vorsitzender Werner Clausing.

Bienen-Tracking soll Diebe überführen

Stecken Imker-Kollegen hinter den Diebstählen?

Udo Kellner aus Eldingen bei Celle ist seit 55 Jahren Hobbyimker. Er wurde schon mehrfach bestohlen, zuletzt schnappten sich Diebe im Mai zwei seiner besten Völker. "Es spricht sich rum, dass man friedfertige, sammelfreudige Bienen hat." Er vermutet, dass andere Imker hinter den Diebstählen stecken. Dass Profis am Werk sind, glauben auch viele seiner Kollegen.

Bienenzüchter bleiben auf Kosten sitzen

Der finanzielle Schaden kann sich pro Volk auf bis zu 800 Euro belaufen. Allerdings sei der ideelle Schaden für die Imker deutlich höher. Von den Versicherungen bekämen die Imker pro Diebstahl insgesamt nur 130 Euro erstattet, erklären die Bienenfreunde. Neben den Diebstählen macht den Imkern auch der Vandalismus zu schaffen. Weil Unbekannte die Fluglöcher an den Bienenkästen zuschmierten, würden die Tiere qualvoll verenden. Zudem werden immer wieder Kästen und Waben zertrümmert. Mit dem Einsatz der High-Tech-Überwachung hoffen die Imker nun, Dieben und Vandalen auf die Schliche zu kommen.