Stand: 24.03.2016 14:16 Uhr

Hochschule trauert um erschossene Studentin

In der großen Halle der Hochschule Holzminden geht es häufig fröhlich zu: Hier werden Erstsemester empfangen oder auch Partys gefeiert. In diesen Tagen ist der Raum jedoch ein Ort der Tränen, des Mitgefühls und auch der Ratlosigkeit. Denn die Hochschule trauert um die Studentin Shilan H., die am 12. März auf einer kurdischen Hochzeitsfeier in Hannover-Vahrenheide erschossen worden war.

"Unsagbar, unfassbar, unverzeihlich"

Es liegt ein Kondolenzbuch aus, in dem Kommilitonen und Lehrende ihre Gedanken festhalten können. "Wir sind gezwungen, Abschied zu nehmen von unserer Studentin Shilan H. Darüber sind wir unfassbar traurig und tief erschüttert", heißt es in einem Eintrag. "Unsagbar, unfassbar, unverzeihlich", schreibt ein anderer.

Eine brennende Kerze. © NDR

Holzminden: Trauer um Studentin Shilan H.

Hallo Niedersachsen -

Shilan H. ist am 12. März auf einer Hochzeitsfeier in Hannover getötet worden. An der Hochschule Holzminden gedenken Freunde, Bekannte und Dozenten der jungen Kurdin.

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Verdächtiger weiter auf der Flucht

Shilan H. wurde auf der Hochzeit, auf der sie zu Gast war, mit mehreren gezielten Schüssen getötet. Die Polizei fahndet weiter nach einem 22-jährigen Verdächtigen, der aus dem Irak stammen soll. Gegen ihn wurde Haftbefehl erlassen. In welcher Beziehung der Mann zu der Frau stand, wollten die Ermittler noch nicht sagen. Ein Polizeisprecher sagte lediglich, alles deute auf eine Familienfehde als Hintergrund für die Tat hin. Medienberichten zufolge soll es sich bei dem mutmaßlichen Täter um einen Cousin von Shilan H. handeln. Er soll sie getötet haben, weil sich die junge Frau offenbar gegen eine Zwangshochzeit mit ihm gewehrt hatte.

Kein Verständnis für Zwangsheirat

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Dekanin Alexandra Engel sieht die Antwort auf Gewalttaten in Bildung und Integration.

Shilan H. war Jesidin und studierte im 4. Semester Immobilienwirtschaft. Eine moderne, junge Frau, die von ihren Eltern unterstützt wurde. Auch in ihrer Entscheidung, sich einer Hochzeit zu widersetzen, die ihre Onkel mit dem Cousin von Shilan H. geplant hatten. Der gewaltsame Tod der Studentin sorgt auch bei der Leitung der Hochschule für Entsetzen. "Mich macht es sprachlos und wütend", sagt Dekanin Alexandra Engel. "Aber es motiviert mich eher, noch mehr zu versuchen, in den Diskurs zu gehen und die Bemühungen auszuweiten. Nur das kann der Schlüssel sein, einen anderen Weg gibt es gar nicht."

Ein paar Tage noch soll das Kondolenzbuch für Shilan H. in der großen Halle der Hochschule Holzminden liegen bleiben. Ihren gewaltsamen Tod zu verarbeiten - das wird allerdings ganz sicher deutlich länger dauern.

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Hallo Niedersachsen | 24.03.2016 | 19:30 Uhr