Stand: 26.09.2015 09:59 Uhr

Herpes-Ausbruch lässt Pferdehalter bangen

An der Zufahrt zum Reitergut Köthenwald hängt mittlerweile dieses Schild.

Der Ausbruch eines für Pferde hochansteckenden Herpes-Virus beunruhigt Reiter in der Region Hannover. Auf dem Reitergut Köthenwald bei Sehnde sind bereits zwei Tiere an den Folgen der Infektion gestorben. Ein weiteres Tier aus dem Sehnder Reitstall wird zurzeit auf der Isolierstation der Tierärztlichen Hochschule Hannover (TiHo) behandelt. Nach Angaben von Klinikleiter Karsten Feige sind nun auch in den Landkreisen Peine und Hildesheim Pferde an dem Herpesvirus erkrankt. Wie viele Pferde erkrankt sind, lässt sich aber nicht genau sagen. Für das Pferde-Herpes besteht laut Feige keine Meldepflicht.

Ställe nur noch in Schutzanzügen betreten

Die betroffenen Höfe seien dazu angehalten, besondere Sicherheitsvorkehrungen zu treffen. Besitzer sollen die Ställe nur noch in Schutzanzügen betreten.Der Pferdesportverband Hannover warnte unterdessen vor einer Panik. "Es ist keine Seuche, aber man sollte die Krankheit nicht unterschätzen", sagte Geschäftsführerin Erika Putensen. Für den Fall akuter Infektionen hat der Verband Verhaltensempfehlungen veröffentlicht. Aus Beständen mit erkrankten Pferden sollen die Tiere den betreffenden Stall erst nach einer Dauer von vier Wochen verlassen, heißt es darin. Außerdem dürfe niemand mit Pferden zu einem Turnier fahren, wenn auf dem Hof das Herpesvirus grassiert.

Trabrennen mit Prominenten abgesagt

Abgesagt worden ist das Trabrennen mit Prominenten im Sulky, um Kontakte dieser Tiere mit den wertvollen Sportpferden zu vermeiden. Auch der Kreisreiterverband Peine lässt die diesjährigen Kreismeisterschaften ausfallen. Der Renntag auf der Pferderennbahn in Langenhagen soll an diesem Sonntag aber wie gewohnt stattfinden.

Übertragung auf den Menschen nicht bekannt

Tückisch ist das Virus, weil die Symptome denen einer klassischen Grippe ähneln. Das Pferd hustet, niest öfter, hat vielleicht Fieber. Nur wenige Tiere zeigen auch neurologische Symptome. Deswegen rät Veterinär Feige, die Tiere bei den entsprechenden Anzeichen sofort untersuchen zu lassen. 70 bis 90 Prozent aller Pferde seien mit den Herpesviren infiziert, in besonderen Stresssituationen kann die Krankheit ausbrechen. Laut Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (Laves) verlaufe die Infektion aber nur in Einzelfällen tödlich. Eine Übertragung auf den Menschen sei nicht bekannt.