Stand: 15.08.2017 10:05 Uhr

"Good Nenndorf" Vorbild für Nazigegner in USA

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Spott als wirksame Waffe: Nazi-Gegner in den USA sehen in den Protesten von Bad Nenndorf ein erfolgreiches Beispiel. (Archiv)

Bad Nenndorf als Erfolgsmodell: In Charlottesville in den USA sind am Wochenende bei Gewaltausbrüchen während einer Kundgebung ultrarechter Gruppen drei Menschen getötet und Dutzende verletzt worden. Nun fragen sich Nazigegner in den USA, wie man Neonazis erfolgreich bekämpfen kann - und sind bei der Suche nach einer wirksamen Methode auf die Bad Nenndorfer Protestbewegung gestoßen. Mit lauter Musik und in bunter Kleidung traten die Bürger den Neonazis Jahr für Jahr entgegen - und haben ihnen damit offenbar den Spaß verdorben: Auch in diesem Jahr haben die Rechten auf ihren alljährlichen "Trauermarsch" durch die Kurstadt im Schaumburger Land verzichtet. Das Bad Nenndorfer Beispiel zeige, dass Veralberung und Spott bessere Methoden seien, um Nazis zu vertreiben, als aggressiver Gegenprotest, schreiben Nazigegner aus den USA nun in den sozialen Netzwerken.

  • Als "brillant" und "effektiv" bezeichnet beispielsweise der kanadische Politikwissenschaftler Gregory Eady die Bad Nenndorfer Methode:

  • Die Diskussion angestoßen hatte ein ehemaliger Bad Nenndorfer:

  • Und die meisten anderen User sind begeistert:

  • Er habe die "unglaubliche Lektion" sehr gerne gelesen, schreibt "Juan Carlos":

  • Auch Dante Benuto hält Spott und Hohn für die richtigen Waffen gegen Hass und Wut:

  • "Noel Rock" hält die Geschichte gar für "eine der besten", die er seit Jahren gelesen hat:

  • Und weil "bad" auf Englisch schlecht heißt, schlägt "variance" vor, Bad Nenndorf wegen der Geschichte in "Gut Nenndorf" umzubenennen

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Aus "Bad" muss "Gut" werden

Den Stein ins Rollen gebracht hatte der deutsche Autor und ehemalige Bad Nenndorfer Christoph Rehage. Auf Twitter postete er einen Artikel über die Proteste - um zu zeigen, "wie in seiner Heimatstadt in Deutschland" mit Neonazis umgegangen werde. Dieser Tweet wurde in den vergangenen drei Tagen mehr als 600 Mal geliked - und mehr als 400 Mal retweeted. Als erste hatten am Dienstag die "Schaumburger Nachrichten" über das positive Echo aus den USA berichtet. Eine der witzigsten Bemerkungen kommt von einem Twitter-User: Weil "bad" auf Englisch schlecht heißt, schlägt er vor, die Stadt in "Gut Nenndorf" umzubenennen.

Weitere Informationen

Bad Nenndorf: Keiner trauert um "Trauermarsch"

Nach dem Ausfall des "Trauermarsches" in Bad Nenndorf 2016 haben die Rechten auch in diesem Jahr kein Treffen angekündigt. Hat der Protest in der Stadt sie endgültig vergrault? (04.08.2017) mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Hannover | 15.08.2017 | 17:00 Uhr

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