Stand: 28.06.2017 12:44 Uhr

Fan-Gewalt: GdP-Chef zieht verheerende Bilanz

Nach der abgelaufenen Fußball-Saison hat die Gewerkschaft der Polizei (GdP) in Niedersachsen eine verheerende Bilanz über die Gewalt und die Kosten bei Spieltagseinsätzen gezogen. "Die Beamten müssen mittlerweile ein unfassbares Maß an Gewalt ertragen", sagte der niedersächsische GdP-Chef Dietmar Schilff der "Nordwest-Zeitung" (Mittwochsausgabe). Die Einsatzkräfte dürften aber nicht zu Prügelknaben der Fans werden.

Einsatzkosten von rund zwölf Millionen Euro

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Polizei muss Eintracht-Fans aufhalten

Fans von Eintracht Braunschweig haben am Sonnabend versucht, vor dem Niedersachsen-Derby in Hannover unkontrolliert ins Stadion zu kommen. Sie zündeten zudem Rauchbomben. Video (01:30 min)

Der Zeitung zufolge fordert Schilff die Vereine und Spieler zum Handeln auf. Es könne nicht sein, dass sich die Profis dort abfeiern lassen, wo oft - nach seinen Worten - die übelsten Fans stehen. Für das Geld, das die Einsätze bei 318 Spielen von der ersten Bundesliga bis zur Regionalliga Nord kosten, sieht Schilff eine bessere Verwendung. Für die rund zwölf Millionen Euro oder 216.000 Personalstunden könne man ungefähr 132 reguläre Stellen bei der Polizei finanzieren. Allein die Absicherung der Derbys zwischen Hannover 96 und Eintracht Braunschweig kosteten 2,5 Millionen Euro oder 45.000 Personalstunden.

Mit wenig Optimismus blickt die Gewerkschaft auf den von Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius (SPD) am 10. August anberaumten Fußball-Gipfel. Die harte Fan-Szene zögere, aber ohne diese Gruppierungen helfe ein Gipfel nichts, so Schilff.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 28.06.2017 | 15:00 Uhr

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