Stand: 04.06.2015 12:00 Uhr

Ermittlungen gegen Frank Lüttig eingestellt

Wegen Geheimnisverrats in den Verfahren gegen Ex-Bundespräsident Christian Wulff und den früheren SPD-Bundestagsabgeordneten Sebastian Edathy stand der Celler Generalstaatsanwalt Frank Lüttig wochenlang unter Verdacht. Jetzt liegt der Fall sprichwörtlich ad acta: Wie Niedersachsens Justizministerin Antje Niewisch-Lennartz (Grüne) im Rechtsausschuss des Landtags am Montagmorgen mitteilte, hat die Staatsanwaltschaft ihre Ermittlungen eingestellt. Vergangenen Freitag hatten Informationen aus Justizkreisen bereits darauf hingedeutet, dass das Verfahren vermutlich nicht fortgeführt werde.

Generalstaatsanwalt wird am 11. Juni im Edathy-Ausschuss befragt

Am 20. Februar hatte Niewisch-Lennartz im Landtag in Hannover berichtet, dass Lüttig verdächtigt werde, vertrauliche Informationen an die Medien weitergegeben zu haben. Seitdem war Lüttig lange Zeit krankgeschrieben und hatte deshalb auch einen Termin vor dem Edathy-Untersuchungsausschuss des Bundestags abgesagt. Derzeit ist er nach NDR Informationen im Urlaub. Am 11. Juni soll er als Zeuge in Berlin befragt werden. Der Ausschuss will unter anderem klären, mit wem der Generalstaatsanwalt zwischen Oktober 2013 und Februar 2014 über den Kinderporno-Verdacht gegen Edathy gesprochen hat. Der damalige Abgeordnete aus dem Landkreis Nienburg soll vor den Ermittlungen gewarnt worden sein. Lüttig hatte seinerzeit die Aufsicht über das von der Staatsanwaltschaft Hannover geführte Ermittlungsverfahren gegen Edathy.