Stand: 25.07.2014 16:01 Uhr

Ende einer Ära - Abschied vom alten Landtag

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Der Niedersächsische Landtag wird nach 52 Jahren umgebaut. (Archivbild)

Er selbst hat einiges an Anekdoten miterleben dürfen: Bernd Busemann, Präsident des Niedersächsischen Landtags, hielt am Freitag die letzte, die allerletzte Rede im alten Plenarsaal. "Ohne Übertreibung dürfen wir wohl sagen: Damit geht eine Epoche zu Ende", sagte Busemann vor dem Parlament nach dem letzten Sitzungstag der Woche. Und, wie bei Abschlussreden üblich, war der Tenor nicht nur fröhlich. "Wahrscheinlich geht es nicht nur mir so: In die Freude auf den neuen, lichtdurchfluteten Plenarsaal mischt sich etwas Wehmut", sagte Busemann. Er hat selbst 20 Jahre im niedersächsischen Parlament gesessen.

Umbau startet am 28. Juli

Der Niedersächsische Landtag wird bereits ab der kommenden Woche, ab 28. Juli, zur Baustelle. Dann beginnen die Vorbereitungen für den Umbau. Die Parlamentarier finden in dieser Zeit "Asyl" im Forum des ehemaligen Georg-von-Cölln-Hauses gegenüber der Marktkirche. "Die Bauzeit für diese große Baumaßnahme soll etwa drei Jahre betragen und mit der Übergabe des neuen Plenarsaals an den Landtag im Frühsommer 2017 abgeschlossen werden", sagte Kai Sommer, Sprecher des Landtags in Hannover.

"Abenteuerliches" Provisorium in der Stadthalle

52 Jahre lang war der Landtag in seiner jetzigen Form der Ort, an dem die Politik für Niedersachsen gemacht wurde. Das umgebaute Leineschloss wurde am 11. September 1962 als Landtagsgebäude eingeweiht. Zuvor hatten die Abgeordneten 15 Jahre lang in der Stadthalle Hannover getagt - ebenfalls in einem Provisorium. "Das war abenteuerlich", erinnert sich der Journalist Rolf Zick. Der heute 93-Jährige berichtete jahrzehntelang über die Landespolitik und gehörte 30 Jahre dem Vorstand der Landespressekonferenz an, einer unabhängigen Vereinigung von Landespolitik-Korrespondenten in Hannover. Zick war vom ersten Tag an im damals neuen Landtag mit dabei. "Diese Weitläufigkeit und Großzügigkeit war für uns ein erhebendes Gefühl."

Provisorischer Sitzungssaal verlangt größere Disziplin

Diese Weitläufigkeit gehört für die Abgeordneten nun erst einmal der Vergangenheit an. Im provisorischen Sitzungsaal werden die Abgeordneten künftig ein bisschen enger zusammenrücken müssen. "Es wird wohl mehr Disziplin hier brauchen; die Parlamentarier müssen ihren persönlichen Bewegungsradius ein bisschen einschränken", sagte Landtagspräsident Busemann. Noch geben Handwerkergeräusche den Ton im provisorischen Plenum an. Busemann ist aber zuversichtlich, dass der Saal bis zur ersten Sitzung nach der Sommerpause am 24. September bezugsfertig sein wird. Bis zum Frühjahr 2017 werden die Abgeordneten mit dem Provisorium Vorlieb nehmen müssen.

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