Stand: 16.03.2016 14:59 Uhr

Asylbewerber bekommen elektronische Gesundheitskarte

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Auch Asylbewerber sollen künftig eine elektronische Gesundheitskarte bekommen. (Themenbild)

Wer als Asylbewerber bisher in Niedersachsen einen Arzt aufsuchen wollte, musste einige bürokratische Hürden nehmen. Im Vorfeld mussten sich die Betroffenen bei der zuständigen Kommune einen Behandlungsschein holen und auch den jeweiligen Behandlungsumfang genehmigen lassen. Damit soll nun Schluss sein. Vom 1. April an können Asylbewerber auch in Niedersachsen mit einer elektronischen Gesundheitskarte zum Arzt gehen. Darauf haben sich die Landesverbände der gesetzlichen Krankenversicherungen und das Sozial- und Gesundheitsministerium in Hannover geeinigt. Verpflichtend ist die Vereinbarung aber nicht: Die Kommunen können sich auch entscheiden, bei dem bisherigen bürokratischen Bewilligungssystem zu bleiben.

Keine Diskriminierung und weniger Verwaltungsaufwand

Die Einführung der elektronischen Gesundheitskarte solle die Diskriminierung von Asylsuchenden und den unverhältnismäßigen Verwaltungsaufwand beenden, sagte Gesundheitsministerin Cornelia Rundt (SPD) am Mittwoch. Das neue Verfahren sichere eine menschenwürdige medizinische Versorgung. Ähnliche Regelungen haben bereits Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Hamburg. Als erstes Bundesland hatte Bremen die Gesundheitskarte vor zehn Jahren eingeführt.

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