Stand: 27.11.2015 19:45 Uhr

189 Strafanzeigen gegen randalierende Werder-Fans

Knapp eine Woche nach der massiven Randale von Fans des Bundesligisten Werder Bremen am Hauptbahnhof Hannover hat die Bundespolizei Bilanz gezogen - und ein härteres Durchgreifen angekündigt. Unterstützt wird sie dabei von der Deutschen Bahn und der Bahngesellschaft Metronom. Beide Unternehmen beklagen zusammen jährlich Millionenschäden durch Ausschreitungen in ihren Zügen.

Neun ausgefallene Züge, 13.000 Euro Kosten für Helikopter

Der Leiter der Bundespolizeiinspektion Hannover zeigte sich angesichts des vergangenen Wochenendes ernüchtert: "Wir können jetzt schon sagen, dass wir aktuell 189 Strafanzeigen wegen Körperverletzung, Missbrauchs von Nothilfemitteln, Sachbeschädigung und Landfriedensbruch haben", sagte Peter Jördening NDR 1 Niedersachsen. Es könnten noch weitere Verfahren hinzukommen. Für diese gewaltbereiten Fans "haben wir bei der Deutschen Bahn ein Beförderungsverbot beantragt und Werder Bremen gebeten, ihnen die Auswärtsdauerkarte zu entziehen, sollten sie eine haben", sagte Jördening. Darüber hinaus, so der Direktionsleiter, seien durch die Ausschreitungen am Sonnabend neun Züge komplett ausgefallen, sechs immerhin teilweise. "Wir gehen davon aus, dass 6.000 unbeteiligte Reisende von diesen Zugausfällen betroffen waren." Und letztlich habe die Bundespolizei für die Anforderungen eines Hubschraubers und des entsprechenden Personals aus Berlin noch einmal Zusatzkosten von mehr als 13.000 Euro gehabt.

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"Fans wollten offenbar nicht nach Wolfsburg fahren"

NDR Fernsehen

Die Ausschreitungen vor dem Wolfsburg-Spiel beschäftigen weiter die Bundespolizei Hannover. Laut Direktionsleiter Jördening wollten die Werder-Fans lieber randalieren als zum Spiel. Video (02:05 min)

Bewährungsprobe am Wochenende: Nordderby Werder gegen den HSV

Vor dem Bundesliga-Nordderby zwischen Werder Bremen und dem Hamburger SVam Sonnabend haben Polizei und Bahngesellschaften ein konsequentes Durchgreifen gegen Störer angekündigt. Das gelte zum einen für das Alkoholverbot in Zügen, zum anderen würden Randalierer an der Weiterfahrt gehindert. "Wir rechnen mit 1.500 HSV-Fans und 4.000 Werder-Fans, die mit der Bahn anreisen", sagte Polizeioberrat Axel Treczokat von der Bremer Bundespolizei. Auf allen Strecken würden ausreichend Beamte eingesetzt. In Hannover rechnen die Einsatzkräfte an diesem Wochenende hingegen nicht mit Ausschreitungen. Und zumindest was Spiele von Hannover 96 angeht, werde es voraussichtlich erst mal ruhig bleiben. "Ich gehe davon aus, dass wir bis Weihnachten keine größeren Probleme mehr haben werden", so Jördening.

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Dieses Thema im Programm:

Hallo Niedersachsen | 27.11.2015 | 19:30 Uhr