Stand: 22.03.2016 20:26 Uhr

Zwei Kometen rauschen an der Erde vorbei

Der Komet P/2016 BA14 ist am Dienstagnachmittag richtig knapp an der Erde vorbei geflogen - wobei "knapp" in diesem Fall ein relativer Begriff ist. Der Himmelskörper rauschte immerhin rund 3,5 Millionen Kilometer dicht an der Erde vorbei. Für Astronomen ist das aber haarscharf an der Erde vorbei. In den vergangenen 246 Jahren ist kein einziger Komet so nahe herangekommen. Zu sehen war der Schweifstern mit bloßem Auge indes nicht - dafür benötigt man schon ein Spezialteleskop. Sorgen, dass der Komet seinen Kurs noch ändern und der Erde gefährlich nah kommen könnte, musste man sich aber nicht machen. "Der Komet wird der Erde nicht gefährlich", sagt Harald Krüger vom Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung in Göttingen im Vorfeld. Schon am Montag war der Komet 252P/Linear der Erde recht nahe gekommen. Er war 5,5 Millionen Kilometer entfernt.

Komet P/ 2016 BA 14 - ein Klotz mit 100 Metern Durchmesser

Wissenschaftler vermuten, dass die beiden Kometen Bruchstücke eines einzigen größeren sind. Während Komet 252P/Linear bereits im Jahr 2000 entdeckt wurde, machten Wissenschaftler den Schweifstern, der am Dienstag an der Erde vorbeizog, erst im Januar ausfindig. Bei ihm handelt es sich um den kleineren Kometen - ein Brocken mit einem Durchmesser von etwa 100 Metern.

"Philae" schweigt noch immer

Besondere Aufmerksamkeit richtet der Göttinger Kometenexperte Krüger allerdings weniger auf die beiden Gesteinsbrocken, die nun an Erde vorbeigesaust sind. Deutlich spektakulärer sei der Komet, der seit November 2014 mit dem Minilabor "Philae" ausgestattet ist. Allerdings: "Philae" schweigt noch immer. Krüger hofft aber, dass die Muttersonde "Rosetta" im Frühjahr Signale von "Philae" auffangen und vielleicht sogar Fotos vom genauen Standort zur Erde senden wird.

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Aktuell | 22.03.2016 | 08:00 Uhr