Stand: 17.07.2017 16:22 Uhr

Verschollene Bernsteine sind zurück in Göttingen

Knapp 400 seit Jahrzehnten verschollene Bernsteine der weltbekannten Königsberger Bernsteinsammlung sind wieder aufgetaucht und an die Universität Göttingen gebracht worden. Die Hochschule gab bekannt, dass Wissenschaftler in einem Museum der Harvard University in den USA einige Stücke bei Datenbankrecherchen entdeckt hätten. Rund 400 Bernsteine der Königsberger Sammlung wurden identifiziert. In ihnen befinden sich eingeschlossene Insekten. Die Wissenschaftler vermuten, dass die Bernsteine vor dem Zweiten Weltkrieg verliehen und danach nicht zurückgegeben worden waren.

Objekte der Königsberger Bernsteinsammlung

Seit etwa 50 Millionen Jahren in Harz konserviert

Nach Angaben der Universität wird die Sammlung, die sich seit rund sechs Jahrzehnten in Göttingen befindet, jedes Jahr von mehreren Dutzend Wissenschaftlern aus dem In- und Ausland genutzt. Gegenstand der Forschungen seien zum Beispiel Kiefernnadeln, Köcherfliegen oder Kakerlaken, die seit etwa 50 Millionen Jahren in Harz konserviert sind. Bei den 400 Bernsteinen, die jetzt zurück in Göttingen sind, handele es sich zum großen Teil um Originalmaterial zu wissenschaftlichen Publikationen. Man sei sich von Anfang an einig gewesen, dass diese wertvollen Objekte in die ursprüngliche Sammlung zurückgebracht werden sollen. Sie werden nun in Göttingen inventarisiert und wissenschaftlich ausgewertet. "Einige der teils spektakulären und äußerst raren Stücke werden auch bald der Öffentlichkeit zugänglich sein", so Joachim Reitner, Leiter des Geowissenschaftlichen Museums. Dies sei für Anfang 2018 geplant.

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Großer Teil der Sammlung in Krieg zerstört

Nach Angaben der Universität war die Königsberger Bernsteinsammlung einst die größte wissenschaftliche Sammlung tierischer und pflanzlicher Einschlüsse in Bernstein aus dem Baltikum. Vor dem Zweiten Weltkrieg umfasste sie mehr als 100.000 Objekte. Während des Krieges wurde die Sammlung in ein ehemaliges Salzbergwerk nahe Göttingen gebracht, ein großer Teil wurde 1945 durch eine Explosion zerstört. Die restlichen rund 20.000 Objekte wurden später in Kunstgutlagern der Britischen Besatzungszone aufbewahrt. Im Jahr 1958 wurde der gerettete Teil der Bernsteinsammlung dann in die Universität Göttingen gebracht.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Braunschweig | 17.07.2017 | 15:30 Uhr

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