Stand: 10.11.2017 19:15 Uhr

Verkehrsminister fordern Milliarden vom Bund

Die Verkehrsminister der Bundesländer sind sich einig: Die künftige Mobilität in Deutschland soll sich grundlegend verändern. Für die dafür notwendigen Milliardeninvestitionen soll der Bund einspringen - und zwar mit wesentlich mehr Geld als bisher geplant. Zum Abschluss ihrer zweitägigen Herbstkonferenz in Wolfsburg haben die Verkehrsminister ein "nationales Investitionsprogramm" in Höhe von insgesamt 50 Milliarden Euro gefordert. Mit dem auf zehn Jahre angelegten Programm mit einem Volumen von jährlich fünf Milliarden Euro soll etwa die Umstellung öffentlicher Busflotten auf umweltfreundliche Antriebe genauso finanziert werden wie beispielsweise eine Installation von Ladenetzen oder der Elektrifizierung von Bahnstrecken. Auch Fördergelder, etwa für Taxifahrer, damit diese neue Antriebe finanzieren können, sollen dafür freigegeben werden.

Unterstützung im Kampf gegen Stickoxide

Bislang ist ein Mobilitätsfonds mit einem Volumen von einer Milliarde Euro für Städte vorgesehen. Davon wird die Autoindustrie nach derzeitigem Stand 250 Millionen Euro übernehmen. Das Geld soll allen Städten zugutekommen, die mit zu hohen Stickoxidwerten zu kämpfen haben. Im vergangenen Jahr wurden in zahlreichen Kommunen die Grenzwerte überschritten. Weil die Belastung der Luft mit gesundheitsschädlichem Stickoxid in vielen Regionen zu hoch ist, könnten Gerichte Fahrverbote erzwingen.

Keine Einigkeit in Diskussion um Fahrverbote

In der Diskussion um Diesel-Fahrverbote, die etwa durch die angekündigte Klage der Deutschen Umwelthilfein Hannover neuen Schub bekommen hat, zeigten sich die Verkehrsminister auf ihrer Konferenz uneinig. Eine Mehrheit der 16 Ressortschefs lehnte die Verbote, die etwa in Form einer "Blaue Plakette" resultieren könnten, ab. Niedersachsens Verkehrsminister Olaf Lies (SPD)argumentiert, dies sei eine billige, aber nicht nachhaltige Lösung. Die Mehrheit der Verkehrsminister will daher lieber in saubere Mobilität investieren und hofft, dass Gerichte dieses Vorgehen im Kampf gegen Stickoxide und für eine saubere Luft honorieren.

Weltneuheit aus Salzgitter

Videos
03:12

Erster Zug mit Wasserstoffantrieb vorgestellt

14.03.2017 19:30 Uhr
Hallo Niedersachsen

In Salzgitter hat die Firma Alstom den ersten komplett emissionsfreien mit Wasserstoff angetriebenen Personenzug vorgestellt. 2018 soll er in den Probebetrieb gehen. Video (03:12 min)

Bereits vor Beginn der Verkehrsministerkonferenz hatte Lies einen Förderbescheid über 81 Millionen Euro für den Kauf von 14 Brennstoffzellen-Zügen übergeben. Nach Angaben des Herstellers Alstom sind die Züge, die in Salzgitter gefertigt werden, die weltweit ersten ihrer Art. Sie haben einen Elektromotor, der durch Energie aus einer Wasserstoff-Brennstoffzelle gespeist wird. Im Betrieb geben die Züge nur Wasserdampf und Kondenswasser ab und sind somit emissionsfrei. Die Brennstoffzellen-Züge können rund 1.000 Kilometer weit fahren, bevor die Wasserstoff-Tanks neu befüllt werden müssen, sagte eine Alstom-Sprecherin.

Pilotbetrieb soll im Frühjahr starten

Mit den neuen Fahrzeugen sollen alte Dieselloks ersetzt werden. Die ersten beiden Züge werden demnächst regelmäßig im Personenverkehr fahren -  im Pilotbetrieb auf der Strecke zwischen Cuxhaven und Buxtehude. Die dafür erforderliche Erlaubnis wird für kommendes Frühjahr erwartet. Die weiteren zwölf Züge müssen noch gebaut werden. Käufer ist die Landesnahverkehrsgesellschaft Niedersachsen, ein Tochterunternehmen des Landes.

Weitere Informationen
mit Video

No Future? Diskussion um Diesel-Fahrverbote

Die Verkehrsministerkonferenz will die Mobilität der Zukunft umweltfreundlich gestalten. Mit mehr E-Motoren zum Beispiel. Aber ohne Diesel-Fahrverbote, sagt Minister Olaf Lies. (09.11.2017) mehr

Dreckige Luft: Umwelthilfe verklagt Hannover

Die Deutsche Umwelthilfe will in Hannover wegen zu hoher Schadstoffwerte ein Fahrverbot für ältere Dieselautos erzwingen. In der Politik gehen die Meinungen dazu weit auseinander. (09.11.2017) mehr

mit Video

Autonomes Fahren: Erste Masten an der A 39

An der A 39 hat der Aufbau des Testfeldes für automatisiertes und vernetztes Fahren begonnen. Drei mobile Masten sollen in dieser Woche erste Daten zu der neuen Technik liefern. (23.10.2017) mehr

mit Video

Stickoxide: Grüne Welle statt blaue Plakette?

Mehrere Städte in Niedersachsen überschreiten die EU-Grenzwerte für Stickoxide in der Luft. Die niedersächsischen Parteien haben unterschiedliche Lösungsvorschläge für das Problem. (02.10.2017) mehr

mit Video

VW will Milliarden in E-Mobilität investieren

VW hat sich was vorgenommen: Bis 2030 soll es für jedes der 300 Modelle des Konzerns eine Elektro-Variante geben. Allein für Batterien sollen dafür 50 Milliarden Euro investiert werden. (12.09.2017) mehr

mit Video

Brennstoffzellenzug absolviert Jungfernfahrt

Der weltweit erste Zug mit Brennstoffzellen-Antrieb hat eine erfolgreiche Jungfernfahrt hingelegt. Auf dem Testgelände von Hersteller Alstom erreichte er 80 Kilometer pro Stunde. (14.03.2017) mehr

Dieses Thema im Programm:

Niedersachsen 18.00 Uhr | 10.11.2017 | 16:00 Uhr