Stand: 25.04.2014 14:42 Uhr  | Archiv

Verfahren gegen Wiedeking nicht eröffnet

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Entspannt zurückgelehnt: Das Verfahren gegen Wendelin Wiedeking, Ex-Chef von Porsche, wird nicht eröffnet. (Archiv)

Wendelin Wiedeking klingt selbstsicher. "Die Entscheidung ist wenig überraschend", kommentierte der frühere Chef des Sportwagenherstellers Porsche die Entscheidung des Landgerichts Stuttgart, kein Verfahren gegen ihn und den früheren Finanzvorstand Holger Härter zu eröffnen. Das Gericht begründete den Schritt damit, dass eine Verurteilung nach den bisherigen Beweismitteln nicht wahrscheinlich sei. Der Tatvorwurf sei "nicht beweisbar", sagte ein Gerichtssprecher am Freitag.

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Die Staatsanwaltschaft hatte Anklage gegen Wiedeking und Härter erhoben, weil sie im Zuge des geplanten VW-Einstiegs von Porsche den Finanzmarkt nicht ausreichend informiert haben sollen. Der Ex-Chef und sein Ex-Finanzvorstand hatten die Vorwürfe immer bestritten. Die Anklagebehörde hat allerdings noch die Möglichkeit, eine Beschwerde in dem Fall beim Oberlandesgericht einzulegen. Die Staatsanwaltschaft hat außer Wiedeking und Härter den gesamten früheren Aufsichtsrat wegen des Verdachts auf Beihilfe ins Visier genommen - darunter auch VW-Patriarch Ferdinand Piëch sowie dessen Cousin Wolfgang Porsche.

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Investoren, die sich um ihr Geld gebracht fühlen, fordern darüber hinaus Schadenersatz in Höhe von etwa fünf Milliarden Euro. Porsche konnte vor Gericht bislang schon den einen oder anderen Etappensieg verbuchen: Fast zwei Dutzend Hedgefonds haben bereits Schlappen vor dem Landgericht erlitten. Sie hatten insgesamt Schadenersatz in Höhe von etwa 1,36 Millionen Euro gefordert - alles wegen des Übernahmekrimis zwischen Porsche und VW.

Porsche hatte sich beim Versuch, Volkswagen zu schlucken, übernommen. Im Jahr 2012 drehten die Wolfsburger den Spieß dann um - VW übernahm Porsche.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | 25.04.2014 | 13:00 Uhr