Stand: 19.09.2017 17:24 Uhr

Tote im "Lovemobil": Zweite Anklage

Im November 2016 ist eine Prostituierte in ihrem Wohnwagen in Hofschwicheldt im Kreis Peine getötet worden. Zunächst stand der Falsche vor Gericht.

Der Fall ist für das Hildesheimer Landgericht nicht neu: Eine 40-jährige Prostituierte war im November 2016 in ihrem Wohnwagen an der Bundesstraße zwischen Hildesheim und Peine erwürgt worden. Doch wer ist der Täter? Zunächst stand der Falsche vor Gericht. Das Landgericht hat den 45-jährigen Ingenieur Anfang Juli freigesprochen, weil er erwiesenermaßen unschuldig war. Jetzt hat die Staatsanwaltschaft Hildesheim wieder Anklage erhoben - gegen einen 30-Jährigen aus dem Raum Salzgitter. Das teilte die Behörde am Dienstag mit. Sie wirft dem Mann Mord aus Habgier in Tateinheit mit Raub mit Todesfolge vor. Er bestreitet die Tat bisher. Laut eines Gutachtens wurde die DNA des 30-Jährigen unter den Fingernägeln der getöteten Prostituierten gefunden. 

Ein Bekannter beobachtete die Tat offenbar

Auf die Spur des Mannes war die Justiz während des ersten Prozesses gekommen. Bei den Ermittlern ging zunächst ein anonymes Schreiben ein, in dem der jetzt Angeklagte als Täter benannt wurde. Der Verfasser konnte von der Polizei ausfindig gemacht werden. Er wurde befragt und sagte dann auch in dem Prozess aus. Sein Bekannter habe die Prostituierte getötet, so der Zeuge. Er selbst hatte demnach im Auto auf dem Parkplatz gewartet und die Tat beobachtet. Die Polizei habe er aus Angst vor seinem Kumpel aber nicht gerufen. Die Ermittler überprüften diese Hinweise und nahmen den Mann aus dem Raum Salzgitter im Juni fest. Ob auch gegen den Zeugen ermittelt wird, ist bislang nicht bekannt.

Tote Prostituierte in Wolfsburg: Auch in diesem Fall wird gegen den Mann ermittelt

Noch nicht ausgeräumt ist die Anschuldigung des Zeugen, dass der jetzt Angeklagte auch für den späteren Tod einer Prostituierten in Wolfsburg verantwortlich ist. Auch dieses Delikt habe der 30-Jährige ihm gestanden, sagte der Zeuge vor Gericht. Wie ein Sprecher der Braunschweiger Staatsanwaltschaft sagte, liefen die Ermittlungen zum Tod der 33-Jährigen in Wolfsburg weiter. Ein dringender Tatverdacht gegen den 30-Jährigen habe sich dabei aber noch nicht ergeben.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Braunschweig | 19.09.2017 | 17:00 Uhr