Stand: 16.02.2017 14:41 Uhr

"Tief betroffen": Weil als Zeuge im Abgas-Skandal

Stephan Weil bleibt bei seiner Darstellung. Der Ministerpräsident von Niedersachsen ist am Donnerstag im Untersuchungsausschuss des Bundestages zur Abgas-Affäre bei Volkswagen befragt worden. Er sei am 19. September 2015 über die "gravierende Fehlentwicklung" im Bilde gewesen, sagte der SPD-Politiker in Berlin. Davor habe es keine konkreten Informationen über das ganze Ausmaß gegeben. Und weiter: "Ich war tief betroffen. Ich hätte dergleichen bei Volkswagen nicht für möglich gehalten."

Weil: Erst aus dem Fernsehen erfahren

Am 18. September 2015 wurde es turbulent bei dem Autogiganten. An diesem Tag hatten US-Umweltbehörden mögliche Manipulationen von Diesel-Abgaswerten bei VW-Fahrzeugen gemeldet. Nach Angaben des früheren Konzernchefs Martin Winterkorn im Ausschuss vor einem Monat gab es einen Tag darauf eine telefonische Runde mit Führungskräften. Er habe vom Problem aber aus dem Fernsehen erfahren, nicht von VW, so Weil weiter.

Vorwürfe von Piëch "ohne Substanz"?

Die Vorwürfe von Ex-VW-Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch hätten für ihn keine Substanz. Die Darstellung in Medienberichten, Piëch habe andere Mitglieder des Volkswagen-Präsidiums schon im Frühjahr 2015 konkret auf Probleme bei Dieselabgasen in den USA angesprochen, treffe nicht zu, bekräftigte Weil. Er und auch Niedersachsens Wirtschaftsminister Olaf Lies (SPD) hätten damals noch "keinerlei Informationen" in diese Richtung gehabt.

Weil und Lies sind als Vertreter des Landes Niedersachsen Mitglieder des VW-Aufsichtsrates.

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NDR//Aktuell | 16.02.2017 | 16:00 Uhr

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