Stand: 14.04.2015 19:55 Uhr

Schoduvel-Absage: Viele Fragen, kaum Antworten

von Imke Caselli
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Kurz bevor Braunschweigs Karnevalisten ihren diesjährigen Umzug starten wollten, wurde dieser wegen einer Terrorwarnung abgesagt. (Archivbild)

Genau zwei Monate ist es her, dass der größte Karnevalsumzug Norddeutschlands, der Schoduvel in Braunschweig, kurzfristig wegen einer Terrorwarnung mit islamistischem Hintergrund abgesagt wurde. Seitdem ermitteln das Landeskriminalamt (LKA) und die Staatsanwaltschaft Hannover wegen der Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat gegen Unbekannt. Konkrete Ergebnisse gibt es bisher nicht, Antworten auf Nachfragen ebenso wenig: LKA und Staatsanwaltschaft verweisen auf laufende Ermittlungen und Quellenschutz. Dass offizielle Informationen spärlich gesät sind, hat zur Folge, dass die Rufe nach Aufklärung lauter werden - und dass die Gerüchteküche brodelt.

Angeblich Wolfsburger Salafisten im Visier der Ermittler

Demnach sollen sich die Ermittlungen gegen mehrere Salafisten aus Wolfsburg richten. Offiziell bestätigt werden diese und andere Angaben nicht. Bekannt ist bisher: Eine Vertrauensperson aus der salafistischen Szene hat die Behörden vor einem Anschlag beim Braunschweiger Schoduvel gewarnt und diese Warnung wurde sehr ernst genommen.

Verantwortliche stehen zu ihrer Entscheidung

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Über die Hintergründe könne er nicht informieren, bedauerte Polizeipräsident Pientka. (Archivbild)

Die Absage sei richtig gewesen, sagen deshalb auch heute noch alle Beteiligten, vom Braunschweiger Polizeipräsidenten über den Oberbürgermeister bis hin zum Karnevalskomitee. Vor zwei Wochen hatten die Karnevalisten Polizeipräsident Michael Pientka den diesjährigen Zugorden verliehen, um ihm für seine verantwortungsvolle Arbeit zu danken. Pientka sagte dem NDR, er würde in der gleichen Situation jederzeit wieder so handeln. Der Vorsitzende des Rats der Muslime, Hayri Aydin, richtete an Pientka die Bitte, mehr über die Hintergründe bekanntzugeben. "Ich kann den Wunsch verstehen, aber erfüllen kann ich ihn nicht", erklärte der Polizeipräsident.

Innenausschuss lehnt vertrauliche Unterrichtung ab

Auch die Wolfsburger CDU-Landtagsabgeordnete Angelika Jahns scheiterte mit ihrem Ruf nach Aufklärung: Ein entsprechender Antrag auf vertrauliche Unterrichtung im Innenausschuss war Ende Februar abgelehnt worden. Die innenpolitische Sprecherin der CDU-Landtagsfraktion wirft der Landesregierung Intransparenz vor.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 15.04.2015 | 08:00 Uhr

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