Stand: 03.02.2016 16:23 Uhr

Land steckt 4,2 Millionen in Rohstoffzentrum

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Olaf Lies (SPD, re.), hier mit Michael Fooken, dem Chef der SRZ GmbH, hält das neue Kompetenzzentrum für eine große Chance.

Niedersachsens Wirtschaftsminister Olaf Lies (SPD) hat am Mittwoch das neue Sekundärrohstoffzentrum (SRZ) in Goslar besucht. Das Zentrum konzentriert sich auf die Wiedergewinnung seltener Metalle, die im Erdreich alter Abraumhalden im Harz lagern. Lies überbrachte gute Nachrichten: Das Land fördert das Zentrum mit 4,2 Millionen Euro. Insgesamt sollen in den Aufbau und Betrieb in den kommenden drei Jahren elf Millionen Euro investiert werden. Beteiligt sind unter anderem die Goslarer Firmen H.C. Starck, HarzMetall und Elektrorecycling.

Entwicklung innovativer Recycling-Verfahren

Es geht in Goslar um äußerst begehrte Stoffe: Ohne Indium oder Tantal funktionieren Handy, Computer und Flachbildschirm nicht. Doch diese Rohstoffe sind sehr knapp und deshalb teuer. Der Nachschub kann nur durch gewinnbringende Recycling-Verfahren gesichert werden. Erforscht und weiterentwickelt werden diese künftig im SRZ. Die Technische Universität Clausthal werde dort neue Verfahren und Technologien im industriellen Maßstab entwickeln, erklärt der wissenschaftliche Leiter Daniel Goldmann. Er geht davon aus, dass in den Abfallhalden der ehemaligen Harzer Bergwerke noch viele Tonnen Gold und Silber, vor allem aber wertvolles Indium stecken - als feiner Staub in Erde und Schlamm. Mit neuen innovativen Verfahren könnten diese Reste herausgeholt werden.

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Lies: Zentrum ist weltweites Aushängeschild

So wird im Sekundärrohstoffzentrum aus dem Abfallprodukt von früher bald schon ein lohnendes Geschäft, wie auch Wirtschaftsminister Lies sagt. "Das ist mehr als nur das Zentrum, mehr als die Arbeitsplätze, die wir hier schaffen und sichern", so Lies, "es ist auch ein niedersächsisches Aushängeschild, mit dem man international werben kann." Mehr als 350 Jobs sollen entstehen. Das Projekt sei "ein Leuchtturm zur Stärkung der Wirtschaft in Südniedersachsen", sagte der Minister und betonte: "Der Harz muss ein attraktiver Wirtschaftsstandort bleiben."

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Braunschweig | 03.02.2016 | 09:30 Uhr

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