Stand: 08.09.2017 20:15 Uhr

Kein Waldsterben: Harz-Wälder haben sich erholt

Vor 30 Jahren haben das Land und die Niedersächsischen Landesforsten ein Langzeitprojekt gestartet: Die Wälder des Harzes waren schwer geschädigt, rund um Clausthal-Zellerfeld, Altenau, St. Andreasberg, Braunlage und weitere Orte drohten Bäume massenhaft abzusterben. Großflächig wurden damals Fichtenwälder im Harz erneuert. Ein Erfolg, heißt es heute von den Landesforsten: Die Wälder hätten sich erholt. "Niedersachsens Forstleute haben 1987 gemeinsam mit der Politik rechtzeitig die Weichen in die richtige Richtung auf mehr Ökologie gestellt", sagte der Präsident der Landesforsten, Klaus Merker, am Freitag.

Millionen junger Bäume gepflanzt

Im Rahmen des "Walderneuerungsprogramms Harz" wurden die Böden durch Kalkung verbessert und Laubbäume angepflanzt. "Ziel war und ist es bis heute, strukturreiche Mischwälder zu begründen, die weniger anfällig gegenüber Umweltbelastungen und Klimaschwankungen sind", teilten die Landesforsten mit. Allein in den ersten zehn Jahren des Programms wurden den Angaben zufolge 14 Millionen junge Bäume gepflanzt.

Waldsterben - Das Angstthema der 80er

Das Thema Waldsterben bewegte in den 1980er-Jahren die Menschen und die Politik in der gesamten Bundesrepublik. Umweltschützer und Forstexperten befürchteten katastrophale Szenarien und sahen gar das Ende des Waldes in Deutschland nahen. Der saure Regen sei schuld, hieß es. Massenhaft demonstrierten die Menschen für den Erhalt der Wälder. Ein verbreiteter Slogan: "Erst stirbt der Wald, dann stirbt der Mensch". Ganz so schlimm, wie es einige in den 80ern prophezeiten, ist es nicht gekommen. Waren die Vorhersagen übertrieben? Oder haben rechtzeitig ergriffene Gegenmaßnahmen das große Waldsterben verhindert? Vermutlich von beidem etwas - inwieweit das eine oder das andere zutrifft, darüber sind sich Fachleute nicht ganz einig.

Meyer: Senkung von Schadstoff-Ausstoß hat Wälder gerettet

Wie die Harz-Waldlandschaften heute aussehen würden, hätte man 1987 nicht eingegriffen - wer weiß. Tatsache ist: 2017 geht es ihnen gut. Niedersachsens Agrarminister Christian Meyer (Grüne) nannte das Programm eine "Erfolgsgeschichte für vitale Wälder". Zudem hätten klare gesetzliche Vorgaben für die Industrie und den Verkehr den Ausstoß von Schadstoffen gesenkt und die Wälder gerettet.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 08.09.2017 | 09:00 Uhr

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