Stand: 09.01.2016 13:38 Uhr

Sind die Karnevalsumzüge sicher genug?

von Birgit Schütte
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Leergefegt war die Braunschweiger Innenstadt nach der Schoduvel-Absage im vergangenen Jahr. (Archiv)

Vor einem Jahr wurde der Braunschweiger Karnevalsumzug wegen Terrorgefahr kurzfristig gestrichen. Und nach den aktuellen Anschlägen in Paris und den Übergriffen in der Silvesternacht in Köln diskutieren die niedersächsischen Karnevalsvereine nun über Sicherheit bei den kommenden Umzügen.

Sicherheitskräfte und Veranstalter sehen derzeit keinen Grund zur Sorge

Trotzdem sind die Veranstalter und die Polizei einen Monat vor dem Höhepunkt der Karnevalssaison gelassen. "Wir betrachten den Karnevalsumzug wie jede Großveranstaltung", sagt der Sprecher der Braunschweiger Polizei Joachim Grande. Bisher gebe es keine Hinweise auf Terror. Erst wenn diese real würden, werde man reagieren. Die Polizei habe sich auf bestimmte Szenarien vorbereitet. Gerade wegen der aktuellen Ereignisse soll der größte Karnevalsumzug in Niedersachsen in diesem Jahr im Zeichen von Weltoffenheit und Toleranz stehen. Viele Wagen thematisierten multikulturelles Leben und Integration. Im Wagen des Zugmarschalls werden zum Beispiel der Bischof von Hildesheim, der Evangelische Landesbischof von Braunschweig sowie Vertreter des Zentralrats der Juden und der muslimischen Gemeinden in Braunschweig mitfahren.

Veranstalter sind regelmäßig in Gesprächen mit der Polizei

Die Karnevalisten in Damme sind regelmäßig im Gespräch mit Polizei und Rettungskräften, sagt Wolfgang Friemerding von der Dammer Carnevalsgesellschaft. Das Sicherheitskonzept mit Sondereinheiten der Polizei und regelmäßigen Patrouillen sei während der Umzüge üblich - sodass die Polizei schnell reagieren könne. Beim Osnabrücker Umzug sollen mehr Polizei- und Rettungskräfte eingesetzt werden. Denn Sicherheit sei das Thema Nummer eins, so die Organisatoren.

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