Stand: 02.05.2017 18:49 Uhr

Initiativen protestieren gegen Asse-Verfüllung

Protest vor dem Bundeskanzleramt in Berlin: Atomkraftgegner demonstrieren am Dienstag gegen eine Verfüllung des Lagers im maroden Salzbergwerk Asse bei Wolfenbüttel.

"Region Asse - Ruhe sanft" steht auf dem Sarg, den mehrere Dutzend Demonstranten aus Wolfenbüttel mit nach Berlin genommen haben. Vor dem Bundeskanzleramt und dem Bundesumweltministerium protestieren sie damit am Dienstag gegen die angekündigte Verfüllung eines einsturzgefährdeten Stollens im Atommüll-Lager Asse bei Wolfenbüttel. Die Vertreter von Bürgerinitiativen, Umwelt-, Kirchengruppen sowie des Asse-Koordinierungskreises und der -Begleitgruppe halten die Anordnung der Strahlenschutzbehörde für einen Fehler. Sie fürchten, dass sich dadurch "Salzwasser aufstaut, der Atommüll in Lösung geht und sich im Endeffekt eine radioaktiv verseuchte Suppe in den Kammern bildet", sagt Heike Wiegel, Vorstandsmitglied der Bürgerinitiative aufpASSEn.

Demonstranten fühlen sich vom Bund übergangen

Das sei für die Rückholung ein großes Problem. "Denn große Mengen radioaktiv verseuchter Lauge wird man kaum loswerden können", sagt Wiegel weiter, "das erschwert die Rückholung und das kritisieren auch unsere Wissenschaftler, die uns in der Begleitgruppe beraten." Eben diese Expertenstimmen würden von den Verantwortlichen nicht gehört. Bereits im Januar hätten die Asse-Anwohner das in einer Sitzung des Umweltausschusses in Berlin beklagt. Getan habe sich seitdem aber nichts, so Aktivistin Wiegel.

Endlagerungsgesellschaft seit Kurzem Asse-Betreiber

Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) hatte die geplante Verfüllung damit begründet, dass das Bergwerk stabilisiert werden müsse. Das BfS ist inzwischen jedoch nicht mehr zuständig: Vergangene Woche ist die Verantwortung für die Asse auf einen anderen Betreiber, die Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) in Peine, übergegangen. Grund dafür ist die Neuordnung der Zuständigkeiten bei der Lagerung von radioaktiven Abfällen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 02.05.2017 | 11:00 Uhr

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