Stand: 10.11.2017 16:15 Uhr

Bewaffnete Gruppe? Anklage gegen "Freundeskreis"

Der rechtsextreme "Freundeskreis Thüringen/Niedersachsen" hat zwar einen neuen Namen - trotzdem ist jetzt gegen drei Mitglieder der Vereinigung, die sich nun "Volksbewegung Niedersachsen" nennt, von der Staatsanwaltschaft Göttingen Anklage erhoben worden. Die Behörde wirft den drei Männern die Bildung einer bewaffneten Gruppe vor. In der Zeit von September bis Dezember 2016 sollen sie sich zwecks gemeinsamer Aktionen zur Durchsetzung ihrer politischen Ziele zu einer Gruppe mit hierarchischer Struktur zusammengeschlossen zu haben.

Messer, Äxte, Säbel und eine Armbrust

Bei ihren Aktionen sollen sie Waffen und gefährliche Werkzeuge dabei gehabt haben - und auch grundsätzlich bereit gewesen, sie einzusetzen. Bei einer Razzia Ende Februar waren bei den Angeklagten unter anderem sieben Messer, eine Axt, einen Schlagring, eine Machete, zwei Säbel, zwei Teleskop-Schlagstöcke, zwei Schlagstöcke, zwei Schreckschusspistolen, eine Armbrust mit fünf Pfeilen sowie Quarzhandschuhe und Pfefferspray gefunden. Alle drei "Freundeskreis"-Aktivisten sind bereits vorbestraft, gegen sie sind zudem diverse andere Verfahren und Anklagen anhängig.

Wilke im Visier der Ermittler

Die Bildung von bewaffneten Gruppen ist eine Straftat nach Paragraf 127 des Strafgesetzbuches und wird mit einer Freiheitsstrafe von bis zu zwei Jahren oder einer Geldstrafe geahndet. Besonders einer der drei Männer steht im Visier der Ermittler: Jens Wilke, 40 Jahre alt und ehemaliger NPD-Kandidat für das Amt des Landrats im Landkreis Göttingen. Wilke gilt als Kopf der Gruppe: Er habe die Aktionen geplant, koordiniert und angeführt. Wilke war auch einer der Hauptredner bei zahlreichen Kundgebungen, die der "Freundeskreis" in Göttingen und Umgebung organisiert hat.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Braunschweig | 10.11.2017 | 17:00 Uhr