Stand: 09.02.2016 08:48 Uhr

Asse: Rückholung kostet offenbar Milliarden

Die Bergung und erneute Deponierung des in der Asse (Landkreis Wolfenbüttel) gelagerten Atommülls wird voraussichtlich rund fünf Milliarden Euro kosten. Dazu kommen noch einmal rund fünf Milliarden Euro erneute Deponierung des Mülls. Das geht aus der aktuellen Fassung des Berichts der Endlagerkommision zur Standortauswahl für ein atomares Endlager für stark strahlenden Müll hervor. Am Montag hatte sich die Kommission ein Bild vom Zustand des maroden Salzstocks gemacht.

Umweltminister: "Asse billige atomare Müllkippe"

"Was in der Asse gemacht wurde, war Leichtsinn", sagte Kommissionschef Michael Müller. Als "billige atomare Müllkippe" bezeichnete Niedersachsens Umweltminister und Kommissionsmitglied Stefan Wenzel (Grüne) die Asse. Die Kommission will im April einen Bericht mit ihren Empfehlungen vorlegen. Aufgrund der Erfahrungen mit der Asse will die Endlagerkommission empfehlen, dass ein wichtiges Kriterium bei der Suche nach einem Standort für stark strahlenden Atommüll die Rückholbarkeit ist. In der Diskussion dafür sei derzeit ein Zeitraum zwischen 100 und 400 Jahren, sagte Müller.

Schacht Konrad soll nicht erweitert werden

Die Endlagerkommission will heute den als Atommüll-Endlager vorgesehenen Schacht Konrad in Salzgitter. Im ehemaligen Erzbergwerk sollen zukünftig schwach- und mittelradioaktive Abfälle endgelagert werden. Der Chef der Endlagerkommission Michael Müller hatte zudem im Vorfeld erklärt, dass er gegen eine Erweiterung des dort geplanten Atommülllagers sei.

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NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 09.02.2016 | 08:00 Uhr