Stand: 05.06.2015 11:07 Uhr

Wann wird der Wolf zum Abschuss freigegeben?

Mit dem Wolf ist auch die Angst vor dem "bösen Wolf" nach Niedersachsen zurückgekehrt. Was, wenn er sich zu nahe an Menschen wagt? Darf man ihn dann abschießen? Der Wolf genießt in Deutschland nach EU-Recht den höchsten Schutzstatus, das heißt, er darf nicht gejagt werden.

"Aufgrund der Mitverantwortung Deutschlands für die Wiederansiedlung des Wolfes in Westeuropa soll diese natürliche Zuwanderung unterstützt werden. Voraussetzung dafür ist, dass kein Jäger mehr einen Wolf schießt, beziehungsweise dass versehentliche Abschüsse durch Informations- und Aufklärungsarbeit unwahrscheinlicher gemacht werden."

Chronologie: Der Wolf in Niedersachsen (ab 2015)

"Problemwölfe" dürfen im Notfall getötet werden

Wenn sich in Niedersachsen ein Wolf jedoch besonders auffällig verhält, zum "Problemwolf" wird und Anwohner sich bedroht fühlen, gibt es Ausnahmeregelungen. In Wildeshausen (Landkreis Oldenburg) hatte sich ein Tier zum Beispiel in ein Wohngebiet gewagt. Laut einem Wolfsberater war sein Verhalten atypisch und könnte für Menschen gefährlich sein. Deswegen kam vom zuständigen Umweltministerium in Hannover die Weisung: Der Wildeshauser Wolf darf mit Gummigeschossen vertrieben, betäubt und im Notfall auch getötet werden. Als konkrete Maßnahme sollte der Wolf zunächst betäubt, im Anschluss in eine Auffangstation gebracht und dann mit einem Sender versehen werden.

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Wie viele Wölfe verträgt unser Land?

Hallo Niedersachsen -

Die FDP fordert, den Wolf ins Jagdrecht aufzunehmen. Der steht aber unter Artenschutz. In der Debatte um die Existenz der Wölfe gehen die Meinungen auseinander.

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Geplante Vergrämung nicht erfolgreich

Eine Tötung des Wolfes wäre nur die "allerallerletzte Möglichkeit", so Umwelt-Staatssekretärin Almut Kottwitz. Die "finale Entnahme aus der Natur" dürfe nur im Notfall angewandt werden. Die geplante Betäubung des Tieres fand jedoch nicht statt, weil der Wolf anschließend nicht mehr gesehen wurde. Tierfänger Heino Krannich und eine weitere Tierexpertin mussten ihre Suche irgendwann ergebnislos abbrechen, erklärte eine Sprecherin des Umweltministeriums. Im Nachgang kritisierte Krannich bei NDR.de die Suchaktion nach dem Wolf. So habe es Kompetenzgerangel gegeben, Entscheidungen hätten außerdem viel zu lange gedauert. Auch deshalb habe man den Wolf am Ende nicht fassen können. Krannich stellt außerdem die Methode mit den Gummigeschossen infrage. Es gebe keine Studien darüber, ob der Wolf möglicherweise ernsthafte Verletzungen wie zum Beispiel Brüche erleiden könnte.

Opposition warnt vor Wolfsattacken

Die Opposition im Niedersächsischen Landtag fordert eine Ausweitung des Jagdrechts. CDU und FDP warnten vor einem starken Anstieg des Bestands, da der Wolf anpassungsfähig sei und keine Feinde habe. "Wenn Sie nicht handeln, wird es nicht bei Nutztierschäden bleiben", mahnte der FDP-Abgeordnete Gero Hocker. Sachsen ist bisher das einzige Bundesland, in dem der Wolf unter das Jagdrecht fällt. Dort steht er Wenzel zufolge deshalb ganzjährig unter Schonfrist. Die aktuelle Rechtslage schließt nicht aus, dass es später in Niedersachsen noch zu anderen Maßnahmen komme, so Umweltminister Stefan Wenzel (Grüne).

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Dieses Thema im Programm:

Hallo Niedersachsen | 05.06.2015 | 19:30 Uhr