Stand: 13.11.2015 18:00 Uhr

Umrüstung: VW zeigt Lösung für 1,6-Liter-Diesel

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Keine gefälschten Messergebnisse mehr: VW will am Montag einen neuen 1,6-Liter-Diesel vorführen, der die Stickoxid-Grenzwerte einhält.

Am kommenden Montag steht ein wichtiger Termin im VW-Kalender: Der Konzern will nach dem Abgasskandal seinen umgerüsteten 1,6-Liter-Diesel-Motor vorführen. Er soll deutlich weniger Abgase auspusten, damit die europäischen Grenzwerte für Stickoxide einhalten und trotzdem den Fahrern nicht den Spaß verderben. Volkswagen ist zuversichtlich, dass dies gelingt - und das mit einer Lösung, die nicht allzu aufwändig ist.

Aufwand für Umrüstung soll überschaubar sein

Zwar reicht es nach Informationen von NDR, WDR und "Süddeutscher Zeitung" nicht, nur die Software zu verändern. Auch am Motor selbst muss gearbeitet werden, heißt es aus Konzernkreisen. Der Aufwand für die Umrüstung der Fahrzeuge mit den 1,6-Liter-Motoren sei aber technisch, handwerklich und finanziell überschaubar.

Ob dies tatsächlich funktioniert, wird am Montag eine Gruppe von Wissenschaftlern und Experten aus dem Bundesverkehrsministerium und vom Kraftfahrt-Bundesamt überprüfen. Die von Verkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) eingesetzte Untersuchungskommission reist nach Wolfsburg und will sich davon überzeugen, dass diesmal alles mit rechten Dingen zugeht. Die Experten werden ein Testfahrzeug unter die Lupe nehmen und Probe fahren.

"Bisher ganz guter Eindruck"

Im Oktober hatte VW der Kommission bereits den modifizierten 2,0-Liter-Diesel vorgestellt. Hier genügte es, die Software zu verändern. Mit den beiden Motor-Varianten habe man dann den weitaus größten Teil der Diesel-Fahrzeuge erfasst, bei denen die Messergebnisse verfälscht worden seien, um die Schadstoff-Grenzwerte einhalten zu können, heißt es aus dem Konzern. Beim 1,2-Liter-Motor will VW in zwei Wochen so weit sein. Die von Dobrindt eingesetzten Experten bescheinigen dem Konzern, "bisher einen ganz guten Eindruck zu machen". Das besagen Angaben aus Regierungskreisen.

Allein in Deutschland müssen im kommenden Jahr 2,4 Millionen Diesel-Fahrzeuge von VW umgerüstet werden, in Europa insgesamt 8,5 Millionen. Die meisten haben einen 2,0-Liter-Motor, dann folgt die 1,6-Liter-Variante. Beim kleinsten Modell mit 1,2 Litern sind nur einige Hunderttausend Fahrzeuge betroffen.

In den USA wird es schwieriger

Die Probleme beim Diesel in Europa scheinen also lösbar. Schwieriger wird es für VW voraussichtlich in den USA. Dort liegen die Stickoxid-Grenzwerte niedriger. VW-Techniker wollen kommenden Freitag den US-Behörden einen Vorschlag für den 1,6-Liter-Motor unterbreiten.

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