Stand: 09.02.2016 06:55 Uhr

Sturmtief "Ruzica" rauscht über den Norden

Mit schweren Sturmböen, Regen und Graupelschauern ist Tief "Ruzica" über Norddeutschland hinweggefegt. Die Wetterstation am Brocken meldete Windgeschwindigkeiten in Orkanstärke von bis zu 150 Kilometern pro Stunde. Der Betrieb der Harzer Schmalspurbahn wurde am Montagnachmittag deswegen eingestellt. Die Karnevalsumzüge im Norden blieben von den Wetterkapriolen hingegen verschont.

Heute früh weht starker, an der Küste stürmischer Südwestwind, auch im Binnenland mit Sturmböen. Im Verlauf lässt er vorübergehend etwas nach, nur im Süden des Landes bleibt es stürmisch, im Harz auch mit schweren Sturmböen. Der Deutsche Wetterdienst hatte bereits am Montag vor Gefahren durch herabfallende Äste oder andere hinunterstürzende Gegenstände gewarnt. "Vor allem in Waldstücken mit abgestorbenen Bäumen sollte man sich aber lieber nicht aufhalten", so Christian Lux vom Nationalpark Harz gegenüber NDR.de.

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Bisher kein Problem an Niedersachsens Küste

An der niedersächsischen Küste gab es bisher keine größeren Einschränkungen: Wie die Frisia-Luftverkehr GmbH Norddeich NDR.de mitteilte, flogen die Inselflieger von Norddeich, Norderney und Harlesiel ohne Einschränkungen. Nach Angaben der Reederei Norden-Frisia verlief auch der Fährverkehr von Norddeich nach Norderney, Harlesiel und Wangerooge nach Plan.

Sturm-Stärken: Von Windstille bis zum Orkan

Beseilungsaktion in Schleswig-Holstein abgesagt

In Schleswig-Holstein hatte der Sturm Auswirkungen an der Westküste: Eine geplante Beseilungsaktion des Stromnetzbetreibers Tennet wurde abgesagt. Dabei sollten mittels Hubschrauber die ersten Kabel auf Strommasten der Westküstenleitung gezogen werden. In ganz Schleswig-Holstein waren einzelne Brücken für windanfällige Fahrzeuge gesperrt. Auch in Hamburg gab es teils schweren Sturmböen.

Jecken im Norden feiern trotz Sturms

In Mainz und Düsseldorf hat Tief "Ruzica" den Karnevalisten sogar den Rosenmontag vermasselt - hier wurden die Umzüge aufgrund der angekündigten Windstärken abgesagt. Im Norden ließen sich die Jecken in Haren, Lingen und Emsbüren vom windigen Wetter nicht abschrecken. Und auch in Schleswig-Holsteins Karnevalshochburg Marne (Kreis Dithmarschen) wurde der Rosenmontag gefeiert. Heiko Claussen von der Marner Karnevals-Gesellschaft hatte sich zuvor zuversichtlich gezeigt, über Windstärke 6 mache er sich keine Gedanken: "Sturm ist bei uns nur, wenn die Schafe keine Locken mehr haben", scherzte er.

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