Stand: 02.08.2017 11:33 Uhr

Steuererleichterungen für Hochwasser-Opfer

Das niedersächsische Finanzministerium will die Geschädigten des Hochwassers der vergangenen Woche mit Erleichterungen im Steuerverfahren unterstützen. So können die Vorauszahlungen der Einkommens- und Körperschaftssteuer der Betroffenen angepasst werden, teilte das Ministerium am Mittwoch mit. Demnach ist die Stundung von Steuern des Bundes bis Ende November 2017 sowie der "Verzicht auf Vollstreckungsmaßnahmen und Säumniszuschläge" möglich. Das hat das Ministerium in Abstimmung mit dem Bundesfinanzministerium entschieden. Diese Form der Steuererleichterungen hatte das Finanzministerium bereits nach der Hochwasserkatastrophe 2013 eingeräumt. Allen Betroffenen wird empfohlen, sich an die zuständigen Finanzämter zu wenden.

Finanzämter großzügig bei Nachweispflichten

Die Hochwasseropfer können dank der Regelungen auch "Aufwendungen für die Wiederbeschaffung von Hausrat und Kleidung" sowie für "die Beseitigung von Schäden" am eigenen Haus als außergewöhnliche Belastung geltend machen. Arbeitnehmern ist es möglich, diese außergewöhnlichen Belastungen beim Lohnsteuerabzug als Freibetrag berücksichtigen zu lassen. Für Einkünfte aus Land- und Forstwirtschaft, Gewerbebetriebe, Vermietung und Verpachtung sowie selbstständiger Arbeit können steuerfreie Rücklagen gebildet werden. Auch Abschreibungserleichterungen bieten unbürokratische Hilfe. Außerdem sollen die Finanzämter bei Nachweispflichten großzügig verfahren. Dies gilt auch für Spendennachweise. Unter anderem genügt ein Ausdruck aus dem Online-Banking. Wer eine Stundung oder einen Erlass der Grund- oder der Gewerbesteuer beantragen will, soll sich rechtzeitig an die Gemeinden wenden, teilte das Ministerium mit.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Braunschweig | 02.08.2017 | 07:30 Uhr

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