Stand: 02.03.2016 17:53 Uhr

Senioren am Steuer: Immer mehr schwere Unfälle

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Senioren verursachen immer mehr schwere Unfälle. (Themenbild)

Immer mehr Menschen in Niedersachsen fahren Auto bis ins hohe Alter - und verursachen immer mehr schwere Unfälle. Wie das Landesamt für Statistik mitteilte, verursachten Senioren als Autofahrer, Radfahrer oder Fußgänger im Jahr 2014 insgesamt 4.555 Unfälle mit Toten oder Verletzten. Das entspricht knapp 14 Prozent der schweren Unfälle insgesamt und einer Steigerung von 26 Prozent im Vergleich zu 2003, damals waren es rund 3.600.

Mobil bis ins hohe Alter

Den Grund, warum Senioren in den vergangenen Jahren zunehmend in schwere Unfälle verwickelt waren, sehen die Statistiker zum einen in dem steigenden Anteil der älteren Menschen in der Bevölkerung. Zum anderen seien die Senioren immer länger mobil. Damit erhöhe sich auch das Risiko, in einen Verkehrsunfall verwickelt zu werden, heißt es. Auffällig: Senioren verunglücken laut Statistik vorwiegend von montags bis freitags zwischen 12 und 18 Uhr.

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Junge Autofahrer sind statistisch am gefährlichsten

Gemessen am Anteil der über 65-Jährigen an der Gesamtbevölkerung - gut 21 Prozent - liegt die Zahl der von Senioren verursachten Unfälle deutlich unter dem Durchschnitt. Die größte Gefahr geht nach wie vor von den 18- bis 25-Jährigen aus. Sie waren 2014 in Niedersachsen für fast 20 Prozent der Unfälle mit Toten oder Verletzten verantwortlich - und das, obwohl ihr Anteil an der Bevölkerung lediglich rund acht Prozent beträgt.

Verbindliche Testfahrten gefordert

Experten fordern bereits seit einigen Jahren verbindliche Testfahrten für Senioren und auch Gesundheitstest ab dem 75. oder 80. Lebensjahr. "Auf diese Weise könnten Senioren von unabhängigen Fachleuten überprüfen lassen, wie fit sie noch für den Straßenverkehr sind und ob von ihnen eine erhöhte Unfallgefahr ausgeht", sagte Siegfried Brockmann, Leiter der Unfallforschung der Versicherer (UDV), im Vorfeld des diesjährigen Verkehrsgerichtstags in Goslar.

Die meisten halten sich für gute Fahrer

Vor einigen Jahren schon hatte sich der Verkehrsgerichtstag mit dem Thema befasst und ältere Autofahrer dazu aufgefordert, ihre Fahreignung freiwillig überprüfen zu lassen. Der UDV hält allerdings nichts von der Freiwilligkeit solcher Tests. Die meisten Senioren würden sich für gute Fahrer halten und ließen sich nur schwer auf Fehler ansprechen. Nach verbindlichen Testfahrten aber könnten Betroffene ihre Fähigkeiten besser einschätzen. "Deshalb sollten auch nicht die Führerscheinbehörden, sondern nur die getesteten Personen selbst eine detaillierte Rückmeldung bekommen", sagte Brockmann.

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